Wülfrath: Regiobahn 2017 fertig, aber Start gefährdet

Wülfrath : Regiobahn 2017 fertig, aber Start gefährdet

Der Bau des DB-Stellwerks verzögert sich, berichtete Betriebsleiter Meckenstock dem Bürgerverein Düssel.

Die Verlängerung der S-Bahn Linie 28 von Mettmann bis Wuppertal Hauptbahnhof kommt gut voran. Das berichtete Regiobahn-Betriebsleiter Burkhard Meckenstock bei der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Wülfrath-Düssel. Sowohl mit der Fertigstellung im Sommer 2017 als auch mit den Kosten von rund 44 Millionen Euro liege man voll im geplanten Rahmen. Ungewiss sei jedoch, ob nach der Fertigstellung auch gleich der Fahrbetrieb aufgenommen werden könne, so Meckenstock. Denn das elektronische Stellwerk in Wuppertal-Vohwinkel, das eigentlich 2016 fertig sein sollte, verzögert sich. Die Firma Bombardier, die das Stellwerk im Auftrag von DB Netz baut, kann keine Angaben zu Terminen machen. Das Stellwerk ist aber Voraussetzung für den Fahrbetrieb der S28, die ab Dornap auf der Trasse der Linie S9 über Vohwinkel weiterfahren soll.

Bei der Versammlung des Bürgervereins Düssel begrüßte Vorsitzender Michael Becker (M.) die Dezernentin Christiane Singh und Burkhard Meckenstock, Regiobahn, als Referenten. Foto: D. Janicki

Schon seit ihrem Start 1999 wünschen Bürger die Verlängerung der Regiobahn bis Wuppertal. Praktischerweise war bereits ein Gleis von Mettmann nach Hahnenfurt vorhanden, das von den Kalkwerken für Gütertransporte benutzt wurde. Für den Personenverkehr muss man die Trasse nur zweigleisig ausbauen und den Anschluss in Dornap herstellen. Nach Planfeststellungsverfahren und Zuwendungsanträgen wurde am 1. Januar 2014 mit den Bauarbeiten begonnen. Insgesamt sind sechs Kilometer Strecke auszubauen, die für die Planungen in sieben Bauabschnitte unterteilt wurden. Bisher sind umfangreiche Baumfällmaßnahmen durchgeführt, zwei Überführungen neugebaut sowie der Bauabschnitt 1a in Mettmann fertiggestellt worden. Zuletzt fanden im Februar die Baumfällarbeiten in Abschnitt 5 (Anschluss Dornap) statt.

Für dieses Jahr sind unter anderem der Neubau einer Brücke für die L422 und der Abriss der Alten Post in Dornap geplant. Die alte L422 muss im Kurvenbereich der Bahntrasse weichen. Der neue Haltepunkt "Hahnenfurt-Düssel" wird 14 Meter unterhalb des Geländes liegen und über einen Park&Ride-Parkplatz mit 74 Stellplätzen verfügen. Entlang der B7n müssen über eine Million Kubikmeter Erde abtransportiert werden. Kurios: in Bauabschnitt 1b befindet sich eine Brücke, die für Züge auf der zweigleisigen Trasse zu niedrig ist. Sie soll ebenfalls noch dieses Jahr abgerissen werden.

Derweil wird bereits diskutiert, wie die Wülfrather Bürger zum Regiobahn-Haltepunkt kommen sollen. Baudezernentin Christiane Singh erklärte dazu, dass eine Entscheidung erst 2016 fallen werde. Möglich wäre eine Eintaktung der Buslinie 641 oder ein spezieller Shuttlebus zwischen Wülfrath und Hahnenfurt-Düssel.

(tpp)
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