Reformierte Kirche in Wülfrath saniert

Gottesdienst in sanierter Kirche: Stadtkirche erstrahlt in neuem Glanz

In kurzer Zeit haben Handwerker die Kirche im Herzen der Kalkstadt saniert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Nach ihrer umfangreichen Sanierung hat die Gemeinde „ihre“ evangelische Stadtkirche in Wülfrah am Mittwochabend mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang wieder eröffnet. Zahlreiche Gäste kamen und waren vom Ergebnis angetan. Ob die Kirche der Gemeinde gefalle, fragte Pfarrer Ingolf Kriegsmann die rund 300 Anwesenden. Diese antworteten mit einem klaren Ja.

Ingolf Kriegsmann, Thomas Rehrmann und Henriette Sauppe leiteten den Gottesdienst. Es sprachen der Architekt Rainer Gebauer und Baukirchmeister Manfred Hoffmann. Kantor Thomas Gerhold spielte festliche Musik an der Orgel, zum Teil begleitet von Flötistin Sonja Ortmanns.

Schon vor Beginn des Gottesdienstes ließen die Gemeindeglieder ihre Blicke durch den Raum schweifen. Sie hatten viel zu entdecken: Der Boden des Mittelschiffs wurde mit Schieferplatten erneuert, die bleiverglasten Fenster wurden ausgearbeitet, die Kirchenbänke abgeschliffen. Für alle Bänke fanden sich Paten, die dafür Geld stifteten.

Überhaupt zeugt die Spendenbilanz von einem regen Gemeindeleben. Organisationen, Vereine und einzelne Bürger gaben insgesamt 50.000 Euro. Weitere 80.000 Euro gab das Land NRW hinzu. Diesen Einnahmen stehen Kosten von rund 600.000 Euro gegenüber. 25 Handwerksbetriebe waren an der Sanierung beteiligt, die Verantwortung übernahm Architekt Rainer Gebauer, dem die Redner für seine Geduld und Durchsetzungskraft dankten.

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Mit einer Sanierungszeit von 107 Arbeitstagen fiel das Projekt vergleichsweise kurz aus: Start der Arbeiten war am 4. Juni. Die Sanierung konnte am 30. Oktober dieses Jahres bereits wieder abgeschlossen werden. Viel Glück hatten die Handwerker dabei mit dem guten Wetter: Bei anhaltendem Sonnenschein gingen auch die Außenarbeiten beispielsweise am Dach schnell von der Hand.

Die „neue“ Kirche liefere nun Raum für neue Ideen, sagte Pfarrer Rehrmann. Er kündigte an, dass es womöglich neue Gottesdienstformen geben könnte. Auch die Öffnung des Gotteshauses einmal die Woche für ruhige Stunden und die Erkundung der restaurierten Kirche seien denkbar. Allerdings braucht es dazu Ehrenamtliche, die diese Aktionen betreuen – das war auch als freundlicher Appell an die Gemeindeglieder zu verstehen.

Um die Stadtkirche auch künftig weiter modernisieren und sie mit Leben füllen zu können, soll ein Förderkreises Stadtkirche gegründet werden. Er könnte zum Beispiel Spenden zur Anschaffung neuer Stühle einwerben oder Konzerte organisieren.

Rehrmann gab sich zuversichtlich, dass sich auch Aktive für einen solchen Verein finden – großes Engagement hat die Gemeinde ja bereits bei der Restaurierung bewiesen.

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