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Rat entscheidet über Gedenksteine für Zwangsarbeiter in Wülfrath.

Nationalsozialismus in Wülfrath : Rat entscheidet über Gedenksteine für Zwangsarbeiter

Vorm Zeittunnel sollen Gedenkstein und Gedenktafel an den Naziterror erinnern. Auch am „Wir“-Haus soll eine Gedenktafel platziert werden.

Zur Erinnerung an Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die zwischen 1933 und 1945 in Wülfrath Opfer des Nationalsozialismus wurden, soll künftig vor dem Zeittunnel ein Gedenkstein erinnern; ihn will die Firma Lhoist spenden, weitere Kosten sollen aus dem Heimatscheck gedeckt werden. Auch am Wir-Haus soll eine Gedenktafel angebracht werden. Das beantragen die Ratsfraktionen von CDU, SPD, Wülfrather Gruppe, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke/Wülfrather Liste in der Ratssitzung Dienstag, 14. Dezember.

Geplant sind Gedenktafeln mit folgendem Text: „1940 – 1945 starben in Wülfrath wenigstens 142 ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter durch grenzenlose Ausbeutung, Unterernährung, mangelnde Hygiene, schlechte Gesundheitsversorgung, rassistische Unterdrückung und Naziterror. Ihr Schicksal soll uns heute noch erinnern, erschüttern und ermahnen, die Menschlichkeit nie zu vergessen, die Menschenwürde zu schützen und für Völkerverständigung einzutreten.“ Am Wir-Haus sollen auch die Namen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aufgeführt werden, um an deren Leben und Leiden zu erinnern.

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Zur Begründung wird im Antrag ausgeführt, dass NS-Gedenkstätten Tatorte, Leidensorte, Orte des Gedenkens sowie Lernorte sind. „Die Erinnerung wachzuhalten begreifen wir nicht nur als staatliche Aufgabe, sondern auch als zivilgesellschaftlichen Auftrag“, heißt es im Antrag. Namen der Opfer und ihre Schicksale machen die Verbrechen des Nationalsozialismus auf eindringliche Weise begreifbar. Die Namen der Nazi-Opfer sind anhand der Sterbeurkunden belegt.

Mit Gedenkstein sowie Gedenktafeln soll das Geschehen öffentlich dokumentiert werden. Mit der Erinnerung an die Opfer sollen die Verbrechen des Nationalsozialismus auch im Bewusstsein kommender Generationen wachgehalten und die Dimension nationalsozialistischer Verbrechen, die auch in Wülfrath Spuren hinterlassen haben, verdeutlicht werden.

(von)