Nur heute: Ausstellung über den historischen Kaiserhof

Erkrath : Ausstellung über den Kaiserhof

Die Heimat- und Brauchtumsfreunde zeigen historische Fotos in der Stindermühle

Die Heimat- und Brauchtumsfreunde Erkrath laden am Samstag zu ihrer zweiten Ausstellung in die Stindermühle, Stindertalweg 50 ein. Ab 14 Uhr sind rund 25 großformatige historische Fotografien zu sehen, die die wechselvolle Geschichte des Kaiserhofs an der Bahnstraße anschaulich machen. Dazu wird Brauchtumsfreund Holger Johan einen kurzen Vortrag halten.

Die Heimat- und Brauchtumsfreunde halten ihren Stammtisch an jedem dritten Donnerstag im Monat ab 18 Uhr im Kurhaus ab. Dort tauschen sie sich über Geschichten und Anekdoten aus der Vergangenheit und Gegenwart Erkraths aus und planen ihre Ausstellungen: Diese finden im Frühling, Sommer und Herbst für jeweils einen Nachmittag in der idyllisch gelegenen Stindermühle statt. „Wir sind froh, dass wir endlich einen Raum gefunden haben, in dem ausstellen können, wenn auch leider nur für einen Tag“, sagte Holger Johan vor der ersten Ausstellung. Damals ging es um die Geschichte der Stindermühle selbst.

Der Kaiserhof war im 19. Jahrhundert ein Tanzlokal. Louis zur Linden hatte das Grundstück 1886 gekauft und zuerst einen Tanzsaal und 1897 ein Hotel mit Restaurant gebaut. Markant war das kleine Türmchen, in dem sich das „Schwenkküfgen“ befand, wo sich die Herren trafen, um Schnaps zu trinken.

Louis zur Linden betrieb den Kaiserhof bis zu seinem Tod 1944 zusammen mit seiner ganzen Familie und hatte strenge Regeln: Ohne Anzug und Krawatte kamen Männer nicht herein und auch freizügige Kleidung bei den Damen war nicht gerne gesehen. So entwickelte sich der Kaiserhof zu einem Geheimtipp auch unter Düsseldorfern, die mittwochs und am Wochenende mit Kutsche oder Eisenbahn anreisten.

Der zweite Weltkrieg setzte dem Tanzen ein Ende, und als die Familie 1945 zurückkam, war das Gebäude heruntergekommen. Max Müller aus Opladen, der den Kaiserhof nach 1955 übernahm, stellte den Gaststättenbetrieb ein und wandelte den Tanzsaal in einen Kinosaal um, der bis zum Abriss 1983 bestand. Dann wurde der Kaiserhof neu aufgebaut, so wie wir ihn heute kennen.

Die Nutzung als Lichtspielhaus wurde auch im Neubau bis Ende der 1990er Jahre fortgeführt. Heute beherbergt der Komplex die Stadtbücherei, ein Bürgerbüro, ein Jugendcafé und weitere Veranstaltungsräume. „Während der Ausstellung wird es eine Überraschung geben“, sagt Holger Johan. Es handelt sich um ein historisches Ton-Dokument, das Johan durch Zufall erhalten und aufbereitet hat. „Ich hoffe, dass wieder einige ältere Erkrather kommen werden. Denen dürfte die Aufzeichnung die Tränen in die Augen treiben“.

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