Niederbergisches Museum zeigt Kostbarkeiten aus Japan

Wülfrath : Museum zeigt Kostbarkeiten aus Japan

Sammler Detlef Klähn hat dem Haus an der Bergstraße eine außergewöhnliche Ausstellung und eine Teilrenovierung beschert. Am 31. März ist Eröffnung.

Ähnliche Objekte findet man sonst nur in wenigen, großen Museen in Europa, auf diese Einordnung legt der Trägerverein des Niederbergischen Museums großen Wert. Schließlich kann er nicht alle Tage mit solchen Kleinodien auf den Markt gehen, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Mischung ist schon mal interessant: Bergische Bäuerlichkeit trifft auf gehobene japanische Ästhetik, wenn sich die Türen zu „Japan – Schönheit im Gebrauch“ am 31. März um 15 Uhr fürs breite Publikum öffnen.

 Was allerdings nicht heißt, dass alles bunt durcheinander geht, im Gegenteil: Die Dauerausstellung bleibt unberührt, der im Inneren des Museums gelegene Raum für Sonderausstellungen beherbergt und inszeniert die exotischen Gäste – wie beispielsweise Lackkästchen und Stapeldosen, Schreibutensilien, allerlei Zubehör für die berühmte Teezeremonie, Essgeschirre, Stäbchen, Keramik, Kämme und Haarnadeln, Kimonos, Schwerter und putzige Püppchen, die vor Erdbeben warnen sollen. Kurzum: Alles, was Japans Hochkultur benötigt, um die für sie charakteristische Schlichtheit und Achtsamkeit zu organisieren.

Die rund 300 Exponate der Ausstellung lassen auf langjährige Sammlerleidenschaft schließen. 40 Jahre, um genau zu sein, klärt Sammler Detlef Klähn auf. Der langsam Kurs auf den Ruhestand nehmende Zahnarzt aus Wülfrath hat als Student „drei Semester lang aus Spaß auch Japanisch gemacht“ und sich dabei eine hartnäckige Begeisterung eingehandelt. Seit es sein Geldbeutel erlaubt, durchkämmt er die Antikbörsen und Aktionshäuser der Welt auf der Suche nach immer neuen, faszinierenden Stücken aus diversen Hölzern, aus Horn, Elfenbein und Perlmutt.

Auch Lackdosen und Pinsel, Schreibutensilien, Essgeschirr, Kimonos, Schwerter und vieles mehr sind im Ausstellungsraum zu sehen. Foto: Cordula Hupfer

Freundschaftliche Bande zum Trägerverein des heimischen Museums haben ihn bewogen, seine Schätze nun einmal auszustellen, sofern für deren Sicherheit und eine angemessene Präsentation gesorgt ist. Dafür hat Klähn selbst in die Tasche gegriffen, die Vitrinen des Hauses komplett neu ausstatten und mit Panzerglasfolie versehen lassen. Auch der alte Teppich wurde entfernt und der Raum als solcher erscheint nun derart geputzt, dass jeder Wabi-Sabi-Meister jubeln würden, wenn dies nicht als zu laut und vulgär verpönt wäre.

Apropos: Detlef Klähn hat trotz vierzigjähriger Sammelleidenschaft erst kürzlich zum allerersten Mal eine Reise nach Japan, nach Tokio, Kyoto und zur Insel Shikoku unternommen, und dabei die angenehme, allgegenwärtige Stille und Sauberkeit des Landes genossen. Wohin er und seine Frau auch gekommen seien: Kein Müll, kein Gebrüll, keine Abgase, weil alles elektrisch fahre, keine Belästigung durch Handygespräche in öffentlichen Verkehrsmitteln und überall freundliche und hilfsbereite Menschen. Der befürchtete Kulturschock, der ihn bisher von einer Reise ins moderne Japan abgehalten habe, hätte ihn erst ereilt, als er wieder im vergleichsweise verschmutzen und lauten Deutschland angekommen sei.

Der Japan-Fan hat also einiges Spannende zu erzählen – am Freitag, 12. April um 19 Uhr übrigens auch bei einer Führung, der sich Interessierte bei freiem Eintritt anschließen können.

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