Niederbergisches Museum Wülfrath.

Niederbergisches Museum: Herbert Stöckers Sicht auf Wülfrath

Wie vielseitig der Künstler ist, zeigt die neue Ausstellung im Niederbergischen Museum.

Als Maler, Fotograf und Experte für Wülfrather Baudenkmäler ist Herbert Stöcker seit Jahren bekannt – jetzt zeigt eine neue Ausstellung im Niederbergischen Museum seine Sicht auf die Kalkstadt. Und beweist einmal mehr, dass der Künstler einen Blick für die besonderen Seiten der Stadt hat. Viele seiner Motive sind im Wülfrather Stadtbild bekannt: Stöcker hat zum Beispiel die Aprather Mühle, den Krappsteich, den Angergarten und den Steinbruch Prangenhaus gemalt. Dabei findet er immer wieder ungewohnte Perspektiven und Blickwinkel für diese Orte.

Die Kollektion mit dem Titel „Unser Wülfrath mit Zeichenfeder und Pinsel“ ist ein Querschnitt seiner Arbeiten der vergangenen Jahre. Seit Ende der 90er Jahre beschäftigt er sich künstlerisch vorwiegend mit Wülfrather Motiven – auch wenn er hier bereits viel länger lebt. Schon 1954 ist der gebürtige Oberhausener nach Wülfrath gezogen. Da war er gerade zwölf Jahre alt. Zeichnen und Malen hätte er in der Schule am liebsten gehabt, erinnert er sich. Trotzdem sei er als Erwachsener nie auf die Idee gekommen, einen Kunstkurs zu besuchen. „Die Techniken habe ich mir alle selbst angeeignet“, erzählt Stöcker.

Über die Jahre ist so eine ganze Bandbreite entstanden, wie die Ausstellung zeigt. Stöcker beherrscht filigrane, detailverliebte Tuschezeichnungen ebenso wie bunte, in einfachen Linien gedachte Acrylbilder. Romantisch sind seine Aquarelle, die er in zarten Farben aufs Papier getupft hat.

Eine andere Bildreihe ist komplett in Blautönen gehalten und gibt den bekannten Szenen so eine ganz neue Atmosphäre. „Ich habe bestimmt 200 bis 250 Bilder Zuhause, da musste ich vorher erst mal sortieren“, sagt der Künstler.

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Seit einiger Zeit gönnt sich Stöcker eine Pause von der Malerei. „Ich fotografiere gern und beschäftige mich viel mit dem Thema Bildbearbeitung“, erzählt er. Viele seiner Fotos teilt er dann direkt bei Facebook mit anderen Wülfrathern. Außerdem hat er begonnen, Baudenkmäler als kleine Pappmodelle nachzubauen. Dazu fotografiert er die Häuser von allen Seiten und setzt die Motive hinterher zu einem fertigen Modellhaus zusammen. „Da ist die Perspektive wichtig, damit ich die Seiten auch gerade aufs Bild bekomme“, sagt er. Zwölf Objekte hat er bereits fertig, unter anderem das Pfarrhaus St. Maximin und die Häuser Im Dohren, Müllersgehren und Zur deutschen Flotte.

Darüber hinaus hat er für das kommende Jahr zwei Kalender vorbereitet: Einen mit Katzenmotiven und einen Wülfrath-Kalender, der auch im Rahmen der Ausstellung verkauft wird. Neue Postkarten seien dagegen erst mal nicht geplant, sagt Stöcker.

Wer also noch eine der beliebten Karten mit Stöcker-Motiv kaufen möchte, kann das im Rahmen der Ausstellung machen.

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