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Neuer Unverpackt-Laden in Wülfrath ist gleich ein Renner

An der Wilhelmstraße : Neuer Unverpackt-Laden ist gleich ein Renner

Das Sortiment ist mit Schokolade, Puddingpulver, Nudeln, Getreide, Linsen, Tee und Gewürzen jetzt schon umfangreich.

Mit der Resonanz auf die Eröffnung ihres Geschäfts „Grünkorn unverpackt“ sind Cristin Prehn und Anne Schemann mehr als zufrieden. „Der totale Wahnsinn“, kommentiert Anne Schemann, als Freunde, Wegbegleiter und viele andere Interessierte sich bei der Eröffnung im gemütlichen kleinen Laden umsehen. „Nur auf ein paar Waren warten wir noch. Im Moment machen so viele Unverpackt-Läden auf, da kommt es schon mal zu Lieferengpässen“, erklärt sie.

Doch das Sortiment im Laden ist mit Schokolade, Puddingpulver, Nudeln, Getreide, Linsen, Tee und Gewürzen auch jetzt schon umfangreich. Kosmetikartikel wie Deocreme, Rasierseife und festes Shampoo findet man ebenfalls in den Regalen. Für viele ein noch unbekanntes Produkt. „Wie benutze ich das?“, möchte ein Kunde wissen.

„Einfach zwischen den Händen aufschäumen und im Haar verteilen. Dann mit Essigwasser nachspülen, das macht die Haare schön glatt“, erklärt Schemann fachmännisch und betont, dass die angebotenen Seifen auch biologisch abbaubar sind. Da der Beratungsbedarf offensichtlich groß ist, sollen künftig auch Seminare angeboten werden, unter anderem für die Wasch- und Putzmittelherstellung.

Sandra Leidig-Diekmann freut sich, dass es den Unverpackt-Laden jetzt gibt. „Da ich im Rathaus arbeite, kann ich hier mittags einkaufen gehen.“ Für ihre Familie sei es nichts Besonderes, Lebensmittel in Dosen oder Gläsern zu lagern. „Ich fülle schon länger alles in Gläser um.“ Auch dem „Plastikflaschen-Wahnsinn“ habe sie schon vor Jahren den Kampf angesagt.

„Ich konnte die vielen Flaschen einfach nicht mehr sehen und wir haben uns das Trinken von Leitungswasser angewöhnt. Tabs zum Zähneputzen lehnt meine Familie allerdings ab, man muss auch pragmatisch bleiben“, meint sie. Wünschen würde sie sich Hinweise für Allergiker, etwa ob das jeweilige Getreide glutenfrei sei. „Wir haben die Tupperware jedenfalls im Auto liegen und sind gespannt, wie der Laden angenommen wird“, sagt Ehemann Daniel Diekmann.

„Es ist eine Umstellung verpackungsfrei einzukaufen“, meint auch die Mutter von Anne Schemann, Eva Schäfer. „Aber es geht. Man muss die Dosen eben dabei haben.“ Nicht nur zum Metzger nehme sie jetzt eigene Behälter mit. „Unser Müll hat sich bereits halbiert“, bestätigt Ehemann Norbert. „Wir finden es klasse, was die beiden hier auf die Beine stellen, und versuchen, auch unser eigenes Leben umzustellen.“

Eltern und Ehemänner haben die beiden Gründerinnen nach Möglichkeit unterstützt. „Wir haben beim Renovieren geholfen und auch die Kinder von der Schule abgeholt“, erzählt Norbert Schäfer. Auch zukünftig will seine Frau ihrer Tochter bei der Kinderbetreuung helfen. Zusätzlich haben die beiden aber zwei Aushilfen eingestellt, damit sie als Mütter kleinerer Kinder an den Nachmittagen genügend Zeit für die Familie haben.

Die weiß gestrichenen Regale, in denen jede Menge große Gläser stehen, hat Frithjof Kuhlmann zusammen mit Florian Prehn aus Paletten zusammengebaut. „Wir haben uns zwei Unverpackt-Läden angeguckt und dann losgelegt“, erzählt er. „Sie sind etwas für die Ewigkeit“, ist Kuhlmann überzeugt, der die Ladeninhaberinnen über die Gruppe „Parents for Future“ kennt.

Eine Nussmus-Maschine, Getreidemühle und Flocker fehlen im Laden noch, dafür reichte der beim Crowdfunding zusammen gekommene Geldbetrag noch nicht. „Das schaffen wir aber auch noch“, ist sich Anne Schemann sicher.