Musikfreunde Wülfrath geben Konert

Musikvergnügen in Wülfrath : Musik als Brücke zwischen Generationen

Am Sonntag spielen die Musikfreunde Wülfrath nach alter Tradition in der Kathedrale Schlupkothen auf.

Die Musikfreunde Wülfrath gibt es seit 50 Jahren,  vielleicht auch länger, erklärt Dirigent Stephan Lux, seit 2012 Leiter der Formation.  Was dieses ambitionierte Amateur-Ensemble auszeichnet, ist nicht allein die Liebe zur Musik. Die Musikfreunde sind ein „total gemischtes Orchester“, wie ihr Chef nicht nur hinsichtlich der Instrumentenvielfalt erklärt. „Hier sind alle Generationen dabei.“  Ältestes aktives Mitglied ist Gert Heidel an der Zither.

Derzeit gibt es beispielsweise zwei Schlagwerker, Junior Sven Pulst und den erfahreneren  Bernd Hilger, „eine große Bereicherung für das Orchester“, die exemplarisch ist. Auch Sängerin Anna Rau ist ein junger Neuzugang, den der umtriebige Stephan Lux, der unter anderem auch die wülfrather Gruppe „Young Voices“ unter seinen Fittichen hat, gewinnen konnte. „Ich freue mich generell über jeden Teilnehmer“, erzählt der musikalische Leiter. „Eine große Offenheit untereinander und die prinzipielle Bereitschaft, Neues auszuprobieren“, führen seiner Meinung nach dazu, dass die Gruppen immer wieder Nachwuchs finden.

„Das ist auch deshalb interessant, weil wir die Musikfreunde ursprünglich mal als Zither-Orchester gegründet hatten“, verweist er auf lang zurückliegende Zeiten. Initiatoren waren die „bayrischen Gastarbeiter, die damals in den Kalkwerken berufstätig waren“ und aus ihrer Heimat die traditionellen Musikinstrumente mitbrachten. „Die gibt es hier in der Region ja gar nicht so häufig“, bedauert Lux, dass inzwischen nur noch eine Zither in der Gruppe verblieben ist. Aber genauso mischen sich die Altersgruppen in den anderen Instrumentengruppen. Und übrigens auch die Geschlechter: Die Reihe der Akkordeonistinnen besteht aus fünf Spielern und ist eine rein weibliche Domäne, des weiteren gehören zum Ensemble Klarinette, Flöte, Mandoline, Bass und besagte Zither. Und wie das Zusammenspiel aller klingt, kann jetzt wieder beim großen Jahreshauptkonzert erlebt werden. Am Sonntag, 27. Oktober findet es nach alter Tradition in der Kathedrale Schlupkothen statt. Titel der Veranstaltung ist „Manege frei!“ und nach dem Motto „Menschen, Tiere, Sensationen“ kommt zu Gehör, was sich um Show, Zirkus und Animalisches finden lässt. „Wir proben wöchentlich, da muss die Vorbereitung so sein, dass bis zur Generalprobe am Vortag alles sitzt“, verweist der Chef der Musikfreunde auf das stramme Pensum, bei dem Bekanntes wie „The greatest Showman“ bis zu unkaputtbaren Gassenhausern wie „Eye of the tiger“ dabei sind. Aber auch „Pomp and Circumstances“, eine Reminiszenz an die Engländer, die „bei dieser Melodie ja komplett ausflippen“, und der „Säbeltanz des Komponisten Aram Chatschaturjan“ sollen aufgeführt werden. „Eine Herausforderung“, sagt Stephan Lux über letztgenannte Komposition, prinzipiell wird das Repertoire nach „Können und Kenntnisstand“ ausgesucht, und letztlich geht es beim Einstudieren nicht alleine um Technik, sondern Klang, Dynamik und das Zusammenspiel.

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