Mettmann: Kinder reisen an Ferienakademie durch Zeit

Mettmann: Kinder erleben Menschheitsgeschichte

Die diesjährige Stadtranderholung der Diakonie ist für knapp 100 Kinder eine Reise durch die Zeit. Organisatoren und Betreuer führen durch historische Epochen. Das ist wahrhaft Geschichte zum Anfassen und Erleben.

Das Evangelische Gemeindezentrum an der Donaustraße ist erfüllt mit lautem Lachen, Rufen und Musik. In den einzelnen Räumen wird gebastelt, gewerkelt und geschauspielert, während draußen vor allem die Jungen hinter einem Ball herlaufen. Die anhaltende Hitze scheint die 98 Kinder, die am dreiwöchigen Programm der Stadtranderholung der Diakonie teilnehmen, nicht zu stören. Abkühlung verschafft unter anderem eine Wasserschlacht.

Pia schneidet behutsam einen Kreis aus einem schwarz-weiß gepunkteten Stoff aus. Sobald sie damit fertig ist, nimmt sie eine Nadel mit einem dicken Garn und zieht den Faden ringförmig entlang des Kreises. Ist das geschafft, strafft sie den bunten Faden, der Kreis zieht sich zusammen und in der Hand hält die 13-Jährige einen Beutel. „Früher waren diese Beutel aus Leder und wurden benutzt, um Münzen zu verwahren“, erklärt Lea Pulst, eine der Organisatoren der Stadtranderholung. Das Thema des aktuellen Ferientages heißt Mittelalter.

Auch wenn die Geldbörsen nicht wie damals aus Leder sind, sondern durch den bunten Stoff zu einer modernen Variante werden, sind die Kinder von der Bastelei begeistert. „Vielleicht verziere ich die Schnur noch mit Perlen“, sagt Mija (9), die neben Pia sitzt und näht.

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Das übergeordnete Motto der Ferienfreizeit heißt „Eine Reise durch die Zeit: Römer-Ritter-Roboter“ und jeden Tag beschäftigen sich die Kinder mit einer anderen Epoche.

Morgens wird das aktuelle Thema von den insgesamt vier Organisatoren eingeführt, dann basteln, spielen und werkeln die Kinder in Gruppen rund um das Thema. Beliebt ist der Zeitstrahl, der liebevoll von Natalie Röming gestaltet wird, jeden Tag kommt ein Symbol hinzu, das die Menschheitsgeschichte visualisiert. Der Höhepunkt der Woche ist ein Ausflug zur mittelalterlichen Burg Altena. Dort können die Teilnehmer das Leben vom Knappen bis zum Ritter hautnah erfahren.

Die Welt der kämpfenden Ritter ist insbesondere für Jungen interessant. Auf einer Wiese im Schatten können die Teilnehmer unter Anleitung Schwerter und Schilde anfertigen. Leander (13) darf in der Ferienakademie beim Herstellen eines Schildes helfen, angefangen vom Sägen der Spanplatte über das Zuschneiden des Schaumstoffes bis hin zur Beziehen mit Stoff. „Ich will aber auch noch ein Schwert basteln“, erklärt der große schlanke Junge. Er nimmt bereits zum zweiten Mal an der Stadtranderholung teil. Doch dieses Jahr wird auch das letzte sein. Das Angebot richtet sich an Schulkinder von sechs bis 13 Jahren. Generationen haben bereits an der Stadtranderholung der Diakonie teilgenommen. „Vielen Kindern gefällt es aber so gut hier, dass sie nach ihrer Zeit als Teilnehmer Betreuer des Ferienprogramms werden wollen“, sagt Natalie Röming, die in diesem Jahr mit Nils Krefting nur noch unterstützend organisatorisch tätig ist. Nachgerückt ist neben Lea Pulst (23) auch Jan Schulte-Baukloh (20). Beide sind übrigens vom Teilnehmer über Betreuer bis hin zum Organisator aufgestiegen. „Das Schöne ist, man bleibt dabei irgendwie Kind.“

(isf)