Wülfrath: Lösch-Techniker kommen aus Wülfrath

Wülfrath : Lösch-Techniker kommen aus Wülfrath

Schwindelfreiheit ist gefragt. Doch wer die mitbringt, konnte gestern an der Kruppstraße in den Korb der Feuerwehr-Drehleiter klettern und sich bis zu 30 Meter in die Höhe hieven lassen.

"Wir qualifizieren im Sicherheitsbereich im Brandschutz", betont Geschäftsführer Johannes Steffens. Jeder hat die Stahlrohre mit den Löschkappen unter Etagendecken in Krankenhäusern, Hotels oder öffentlichen Gebäude schon einmal gesehen. Das ist das Metier der Techniker, die die Sprinkleranlagen konzipieren und warten. "Sie ersticken einen Brand im Keim. Das ist das Ziel der Sprinkleranlagen", sagt Steffens. Die Löschkappen öffnen sich bei Hitze automatisch, und das unter hohem Druck in den Leitungen stehende Wasser strömt aus.

ZFB ist ein junges Unternehmen, startete als GmbH vor gut einem Jahr in Velbert. Anfang des Monats erfolgte schließlich der Umzug nach Wülfrath an die Kruppstraße. "Nachdem fast alle Renovierungen, Umbauten und das Gröbste der Einrichtungen von Werkstatt und Lehrsälen durchgeführt beziehungsweise wieder aufgestellt sind, haben wir zwischenzeitlich nicht nur den Unterricht in Praxis und Theorie wieder aufgenommen, sondern auch gleich einen neuen Lehrgang begonnen", erklärt Andreas Sprickmann Kerkerinck, für Kundenberatung und Vertrieb zuständig. "Wir haben hier die idealen Hallen, die groß genug sind, und die Unterrichtsräume gefunden."

ZFB hat auf dem früheren Areal des Drogerieartikel-Herstellers Titania, das in die Fliethe gezogen ist, ein neues Domizil bezogen. "Wir freuen uns, dass im Bestand ein neues Unternehmen wieder Fuß fassen kann", sagt Karsten Niemann, Leiter der Wülfrather Wirtschaftsförderung. "Hier werden Fachkräfte qualifiziert."

Nach seinen Worten erweitert der Bildungsträger die Möglichkeiten in dem Gebiet an der Kruppstraße mit viel produzierendem Gewerbe: "Das bietet möglicherweise wertvolle Synergieeffekte." Die innovative Firma mit dem neunköpfigen Team, darunter eine Auszubildende, sowie externen Beratern agiert in dem stark wachsenden Markt Brandschutz, bietet als Erster zertifizierte Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Sprinklertechnik.

"Das ist eine Zukunftsbranche. Die Auflagen werden immer höher", erklärt Geschäftsführer Steffens. In öffentlichen Gebäuden sind Brandbekämpfungssysteme vorgeschrieben. Größere ältere Gebäude müssen zunehmend nachgerüstet werden. Dennoch ist Brandschutz kein Lehrberuf, wie Steffens bedauert. "Wir qualifizieren die Menschen, die von den Firmen mehr als nachgefragt werden." 21 machten bislang den Sprinklertechniker, 28 sind derzeit bei dem Bildungsträger in der Qualifikation.

Das Unternehmen will wachsen und agiert selbstbewusst: "Wir sind schon ein wenig stolz darauf, dass bis heute alle Teilnehmer unserer Kurse die Prüfung bestanden haben und seither in krisensicheren Arbeitsverhältnissen sind."

(RP)
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