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Knorr-Bremse Standort Wülfrath

Betrieb Wülfrath : Stillstand bei Abwicklung von Knorr-Bremse

In der Corona-Krise können die vormalig bei Knorr-Bremse, Standort Wülfrath, Beschäftigten, die sich jetzt in der Transfergesellschaft für neue Arbeitgeber vorbereiten, nicht so geschult werden, wie es ursprünglich geplant war.

Bekanntermaßen ist die Schließung am Standort Wülfrath von Knorr-Bremse unvermeidlich. Am 30. Juni des Jahres ist Schluss. Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter haben dazu längst eine Einigung erzielt. Seit Jahresbeginn gibt es für die ausscheidenden Mitarbeiter eine Transfergesellschaft. Diese Transfergesellschaft soll den etwa 180 betroffenen Mitarbeitern den Übergang in neue Beschäftigungsverhältnisse erleichtern.

„Wir haben hart miteinander gerungen und das Bestmögliche für unsere Kollegen erstritten. Es bleibt aber ein harter Schnitt, wenn Arbeitsplätze verloren gehen“, schätzt Betriebsratsvorsitzender Ahmet Yildiz die Situation ein. „Die Einrichtung einer Transfergesellschaft ist positiv, aber kein Grund zum Jubel“, weiß Hakan Civelek. Er ist Geschäftsführer der IG Metall Velbert, ist damit für die Kollegen in Wülfrath zuständig – und weiß, dass Corona-Pandemie-bedingt derzeit vieles ausgebremst ist. In der sogenannten „BQG“, wie eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft abgekürzt wird, geht es darum, die ausscheidenden Mitarbeiter für den ersten Arbeitsmarkt mit Bewerbung und Trainings fit zu machen.

„Corona stoppt und bremst aus. Vieles kann wegen der derzeitigen Auflagen nicht stattfinden, die Qualifizierungsmaßnahmen sind ins Stocken geraten.“ Dramatisch sei das angesichts des definierten Zeitfensters – wer etwa im Februar 2020 in die Transfergesellschat gewechselt hat, kann sie bis Februar 2021 für seine Fortbildungsmaßnahmen nutzen – „noch nicht. Manche der Teilnehmenden haben auch bereits neue Beschäftigungsverhältnisse gefunden“. Das Gros aber befinde sich in ebendieser Qualifizierungsmaßnahme, die nun teilweise auf Eis liegt.

Wenig schön auch die Situation für diejenigen, die am Standort Wülfrath die letzten Arbeiten beim Lenksystem-Hersteller zu absolvieren haben. Denn der Lkw- und Bahnzulieferer teilte Ende März mit, sich mit einem Großkredit für die Coronakrise wappnen zu wollen.

Zudem verkündete Knorr-Bremse Kurzarbeit an einzelnen Deutschen Standorten – „die durch die Covid-19 Pandemie veränderte Wirtschaftslage führt auch bei Knorr-Bremse zu weitreichenden Anpassungen“, heißt es dazu auf der Firmen-Homepage. Auch in Übersee sollen Stellen abgebaut werden, die Geschäftsprogose wurde zurückgenommen.