Wülfrath: Kletterer ist außer Lebensgefahr

Wülfrath: Kletterer ist außer Lebensgefahr

Der am Sonntag abgestürzte Kölner ist schwer verletzt. Klettern ist dort erlaubt, aber gefährlich.

Seit mehr als zehn Jahren betreut der Deutsche Alpenverein das Klettergelände am Bochumer Bruch. Klettern ist dort erlaubt, allerdings wird streng darauf geachtet, dass dort nicht zu viele Alpinisten gleichzeitig unterwegs sind. Auf der Webseite des Alpenvereins wird ausdrücklich vor den Gefahren gewarnt. Trotz vieler Ausräumaktionen und Kontrollen durch den Alpenverein bestehe im Bochumer Bruch eine "natürliche Gefahr von Steinschlag und Felsausbruch".

Ob Steinschlag die Ursache für den 20-Meter-Sturz eines 28-jährigen Kölners war, ist nicht bekannt. Am Sonntag (die RP berichtete) war der junge Mann mit zwei Freunden im Bochumer Bruch unterwegs. Durch den Absturz aus der Felswand und den anschließenden Aufschlag wurde der Kölner schwer verletzt. Lebensgefahr bestehe nach Angaben von Polizeisprecher Ulrich Löhe nicht. Zwei Hubschrauber und ein Großaufgebot von Feuerwehrleuten und Rettungskräften war nötig, um den Mann zu bergen und in ein Krankenhaus zu transportieren. Ebenfalls verletzt wurde der 28-jährige Freund des Kletterers, der noch versucht hatte, mit dem Sicherungsseil den Absturz zu verhindern. Er erlitt Verbrennungen an den Händen.

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Der Alpenverein kennt die Gefahren im Bruch, der in der Nähe des Zeittunnels liegt. Auch Griffe oder Tritte können sich lösen. Dies gilt vor allem nach starken Regenfällen und bei Tauwetter. Der Alpenverein legt Wert darauf, dass es sich um ein alpines Klettergelände und nicht um einen Klettergarten für Leute handle, die keine Erfahrung am Berg haben. Jeder, der den Steinbruch betrete, müsse sich der Gefahren bewusst sein und bewege sich an den Felswänden auf eigene Verantwortung. Darüber hinaus besteht Helmpflicht. Aufgrund des Biotopschutzes - dort leben Uhus - gibt es im Bochumer Bruch eine Zugangsbeschränkung. Nur eine bestimmte Anzahl von Kletterern darf sich gleichzeitig im Bruch aufhalten. Wer klettern möchte, muss sich zuvor auf der Webseite www.bochumer-bruch.de anmelden. Der Steinbruch ist eingezäunt und nur über ein Tor zu erreichen, das durch ein Zahlenschloss gesichert ist. Kommerzielle Veranstaltungen sind im Steinbruch nicht zugelassen.

Der Bochumer Bruch ist Rückzugsgebiet verschiedener Tier- und Pflanzenarten. Seit 2005 ist ein Uhu-Paar nachgewiesen, das bisher jedes Jahr erfolgreich gebrütet hat.

(RP)