Kirmes in Wülfrath

Wülfrather haben Spaß beim Familienfest: Schützen feiern ihr Fest und Kirmes

Mit der Rheinkirmes ist die Wülfrather Veranstaltung nicht zu vergleichen, aber ihre Überschaubarkeit macht sie zu einem echten Familienhighlight. Auch die Schützen haben am Wochenende kräftig gefeiert.

Der kleine Junge wirkt ein wenig überfordert: soll es der Feuerwehrwagen mit der blinkenden Leiter sein, der Power Truck, der  Abschleppwagen „Dolce Vita“ oder doch lieber der Super Luxus Reisebus? So ein Kinderkarussell hat nun mal alle Fahrzeuge zu bieten, die kleine Kinder faszinieren.

Einmal “ Ene Mene Mu“, dann ist die Entscheidung gefallen, der Fünfjährige  klettert in den Leiterwagen, kann es kaum erwarten, dass die Fahrt endlich losgeht, alles blinkt und glitzert, die großen Augen strahlen. „Das ist es, was uns Eltern glücklich macht, die Freude der Kinder“, schwärmt die Mutter und winkt ihrem Sohn zu, „und hier auf der Kirmes ist alles entspannt, keiner drängelt, das ist toll.“

Auch Lilli, Lea, Finnja und Angelina kommen jedes Jahr zu ihrer kleinen Kirmes, die Freundinnen haben Kirmesgeld  von ihren Eltern bekommen, nun müssen sie sich entscheiden: Raupe, Autoscooter oder „Big Wave“, ein sogenannter Scheibenwischer“ oder auch: ein Schaukelspaß der anderen Art in luftiger Höhe? „Im vergangenen Jahr hab ich mich da noch nicht drauf getraut, erzählt die elfjährige Angelina und beißt genüsslich in ihren Schokocrepe, „aber ich denke dieses Jahr werde ich mich trauen.“

Lili und Lea finden die rosafarbene Zuckerwatte lecker und klar, die roten Kandisäpfel und Popcorn. Die Auswahl an süssen Leckereien ist groß, die der Karussells könnte dagegen ein wenig besser sein. „Eine Achterbahn, das wäre toll oder ein Riesenrad“, schlägt Lea vor, „aber hier fehlt ja der Platz“. Mutter Stephanie Kroepel steht mit den anderen Eltern ein wenig abseits, im Kinderwagen liegt der kleine Elias. „Für uns ist das auch immer toll hier“, erzählt die Wülfratherin, „wir gehen mit netten Menschen hier hin, allerdings gab es mal einen Cocktailstand, der fehlt uns schon.“  Laute Technomusik dröhnt  aus den Boxen, die verzerrte Stimme des Kassierers kündigt die nächste Fahrt an. Junge Mädchen stehen trüppchenweise zusammen, werfen die langen Haare in den Nacken, machen gemeinsame Selfies.

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So eine Kirmes ist eine gute Möglichkeit, erste Flirtkontakte zu schließen, einige Jungs in einiger Entfernung schauen hinüber, schauen wieder weg, wer keine Lust aufs Karussellfahren hat, kann hier wunderbar Fallstudie zum Balzverhalten junger Menschen betreiben.

Einige Meter weiter interessieren sich  Mädchen eher für eine andere Spezies, kleine Plastikenten.  Drei- und Vierjährige versuchen  sich emsig im Entenangeln. Elf Entchen, 3,50, Geld, das Eltern gerne ausgeben. „Hier in Wülfrath sind wir  immer wieder gerne“, erzählt Sandra Steffen, deren Chef aus Gelsenkirchen mehrere Spaß- und Spielbuden betreibt, auch das Stand, an dem man Dosenwerfen kann: eine Möglichkeit, eins der klassischen Kirmesplüschtiere zu erspielen, MInions oder Einhörner.  Auch die siebenjährige Lilli möchte es vielleicht später probieren.

Im Paul-Ludowigs-Haus freuen sich zeitgleich die Schützen über ihr neues Königspaar. Im Beisein der gesamten Stadtspitze, lokalen Politikern und anderen Ehrengästen  marschieren die alten und neuen Majestäten und Prinzen in den gut gefüllten  Saal ein. Königspaar Karsten und Monika Rebien wird nun von Renate und Ulrich Klückmann abgelöst, der bereits zum dritten Mal, nach 1996/97 und 2003/2004, Schützenkönig ist.

Die Schützen verfügen über einen Schießstand am Höfchen 11. Die  Schießanlage ist für diverse Disziplinen ausgelegt. Geschossen wird mit dem Kleinkalibergewehr auf 50 Meter, mit dem Zimmerstutzen auf 15 Meter und mit dem Luftgewehr auf 10 Meter.