Karneval in Wülfrath 2023 Der Wülfrather Rosenmontagszug rockt

Wülfrath · Zum ersten Mal nach 20 Jahren und anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens, wird sich die WüRG mit eigenem Wagen am Rosenmontagszug in Rohdenhaus beteiligen. Deko und Kostüm passen perfekt zum Verein.

 Basteln fleißig an ihrem rockigen Karnevalswagen für Rosenmontag: die Wülfrather Rockmusiker Gemeinschaft (WürG).

Basteln fleißig an ihrem rockigen Karnevalswagen für Rosenmontag: die Wülfrather Rockmusiker Gemeinschaft (WürG).

Foto: Achim Blazy (abz)

Nicht nur für ihren hervorragenden musikalischen Geschmack bekannt, sondern vor allem geschätzt für ihr kulturelles Engagement in der Stadt, reagierte die Wülfrather Rockmusiker Gemeinschaft (WüRG) wie von ihnen zu erwarten war, als sie im vergangenen Jahr von den Kalkstadtnarren um Unterstützung gebeten wurden. Dem anstehenden Rosenmontagszug fehlten zu jenem Zeitpunkt die Akteure und die Mitglieder der WüRG ließen sich nicht lange bitten. „Uns war allen total wichtig, dass der Rosenmontagszug in Rohdenhaus erhalten bleibt“, erklärt WüRG-Mitglied Alexandra Erbach die Motivation des Vereins. „Und wir finden es wichtig, den Rosenmontagszug als Verein zu unterstützen.“

Völlig neu sind die Rocker im närrischen Brauchtum wahrlich nicht: Als Wülfrather nehmen die Familien seit Jahren gerne am Rosenmontagszug teil. Als Verein jedoch lag ihre Teilnahme nun schon etwas länger zurück, erinnert sich Christian Erbach. „Das letzte Mal, dass wir als WüRG mit einem Wagen dabei waren, war am 3. März 2003. Damals hatten wir Hundertwasser zum Thema und hatten, wie auch der Kindergarten (am Düsseler Tor), eine goldene Kuppel auf dem Wagen.“ Für ihr Motto in diesem Jahr mussten sie nicht lange überlegen. Das Thema war schnell gefunden und die Ideen zur Umsetzung sprudelten regelrecht aus ihnen heraus. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen, was auf dem Wagen unverkennbar mit einem gigantischen Banner im Rücken zum Ausdruck gebracht wird.

Die Idee, die ursprünglich Mitglied André Stamm ins Spiel brachte, wurde binnen kürzester Zeit mit zahlreichen Details der übrigen Wagenbauer angereichert: Das WüRG-Logo einer Gitarre sollte sich natürlich auf dem Wagen wiederfinden. „Wir haben dann eine Skizze angefertigt und Materialien besorgt“, berichtet Alexandra Erbach. Um die Vereinskasse und Umwelt zu schonen, haben die jecken Rocker auf recycelte Materialien gesetzt. Eine 2,40 Meter große Gitarre, die mittlerweile im hinteren Teil des Wagens angebracht ist, wurde aus fünf übereinandergeschichteten, alten Plakatträgern vergangener Konzerterlebnisse aus dem WüRG-Haus angefertigt. Der Anhänger, den Landwirt Bernd Niermann dem Verein zur Verfügung stellt und am Rosenmontag auch mit seinem Trecker durch Rohdenhaus ziehen wird, wurde von den Rockern mit Dachlatten und schwarzer Folie umkleidet. Für etwas Farbe sorgen kleinere Glitzergitarren aus Plakatträgern sowie 40 aufblasbare Gitarren, die rund um den Wagen angebracht sind.

Insgesamt zwei entspannte Vormittage benötigte das Team aus 30 Aktiven, um aus einem landwirtschaftlichen Anhänger einen ansehnlichen Karnevalswagen zu gestalten. „Wir waren mit acht Leuten gestartet und sind im Laufe der Zeit auf 30 angewachsen, die in irgendeiner Form beim Wagenbau mitgewirkt haben. Die Arbeit ging Hand in Hand. Das hat super funktioniert“, schwärmt Alexandra Erbach.

Janin Heidrich ist noch gar nicht so lang im Verein. Weil sie mitten in der Pandemie aus Heiligenhaus nach Wülfrath zog und kaum Gelegenheit hatte, neue Leute in der Stadt kennenzulernen, schloss sie sich kurz nach der Pandemie der WüRG an. „Das ist total schön, mal wieder etwas in Gemeinschaft im Verein machen zu können“, sagt Heidrich. Gemeinsam mit Alexandra Erbach hatte sie beispielsweise an den Gitarren gebastelt und gemalt, während die Männer mit dem schweren Werkzeug den Wagen zusammenschusterten. Auch für langjährige Mitglieder sei das Projekt Wagenbau ein besonderes gewesen. „Nach jedem Treffen haben wir gegrillt, jeder hat was mitgebracht. Das hat uns schon wieder etwas nähergebracht“, sagt Alexandra Erbach, die sich nun auf den Rosenmontagszug freut. Insgesamt werden rund 40 Kinder und Erwachsene mit zotteligen Perücken, gelben Warnwesten und schwarzen Jutebeuteln sowohl auf dem Wagen als auch als Fußgruppe mit Bollerwagen den Rosenmontagszug in Rohdenhaus rocken.

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