Kalkwerke Oetelshofen planen Veränderungen

Wülfrath : Kalkwerke brauchen Platz für Abraum

Im Osterholz sollen auf fünf Hektar Fläche viele Bäume gefällt werden. Ersatzpflanzungen sind im Düsseltal geplant.

Haldenerweiterung bei Oetelshofen? Bereits vor Jahren war das rings um das Hahnenfurther Kalkwerk ein großes Thema. Damals waren gerade die Pläne zu den Halden „Holthausen“ und „Schöller“ offengelegt worden. Hatte es anfangs noch Gegenwind seitens zweier Bürgernetzwerke gegeben, so ist davon nun nichts zu spüren. Das Unternehmen hatte sich den Bürgerprotesten gestellt und die Bedenken der Anwohner ernst genommen. Deren Anregungen waren in die Planungen eingeflossen, so dass Peter Thüns vom Bürgernetzwerk „Holthusen 1715“ heute sagt: „Wir haben die Kalkwerke Oetelshofen als verlässlichen Partner kennengelernt. Über die Jahre hinweg ist Vertrauen entstanden.“ Die Begrünung der Halde oder auch deren Modellierung, um den Anwohnern die untergehende Sonne zu erhalten: Das sei alles wunderbar gelungen.

Nun gibt es erneut Pläne zur Haldenerweiterung, diesmal für die „Hermannshöhe“ im Osterholz. Dort müssen für den Ausbau der Althalde auf einer Fläche von fünf Hektar etliche Bäume gefällt werden. Das Gebiet wird von den Kalkwerken bereits jetzt forstwirtschaftlich genutzt, Anwohner sind davon nicht betroffen.

Eine erneute Erweiterung der Alt­halde war notwendig geworden, nachdem die Halden „Schöller“ und „Holthausen“ das unverwertbare Gestein nicht mehr aufnehmen konnten. Bislang war man davon ausgegangen, dass deren Deponie-Volumen ausreichen werde, um danach mit der Innenverkippung zu beginnen. „Das hat so wegen der unerwartet hohen Menge des unverwertbaren Gesteins nicht funktioniert. Wir müssen bereits jetzt dort abkippen, wo wir darunter noch Kalk abbauen wollen“, spricht Geschäftsführer Jörg Iseke über die Innenverkippung und die Gründe für eine erneute Haldenerweiterung. Für das Unternehmen sei das eine kostspielige Sache, weil der Abraum dort nur zwischengelagert werden könne. Sobald die neue Halde genehmigt sei, müsse all das nochmals „angefasst“ und dorthin umgelagert werden.

Bereits im April waren die Baupläne für die neue Haldenerweiterung offengelegt worden. „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr die Genehmigung bekommen“, sagt Jörg Iseke. Er ist hinsichtlich der bürokratischen Abläufe optimistisch. Sollte das nicht klappen, wäre eine zeitliche Verzögerung vor allem deshalb problematisch, weil über den Sommer hinweg nicht gefällt werden darf. Dann müsste die Innenverkippung noch ein weiteres Jahr fortgesetzt werden – mit erheblichen finanziellen Konsequenzen.

Mit dem Wissen darum, dass der forstwirtschaftliche Eingriff ein besonders sensibler Bereich des Verfahrens sei, habe man sich damit bereits im Vorfeld intensiv beschäftigt. In Gesprächen mit der Forstbehörde, der Unteren Landschaftsbehörde und Naturschützern seien umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen vereinbart worden. Gemeinsam sei man beispielsweise durchs Osterholz gelaufen, um 23 alte und besonders schützenswerte Bäume auszusuchen und sie mittels einer Edelstahlplakette zu Habitat-Bäumen zu machen. Hinzu kommen Neupflanzungen, unter anderem im Düsseltal. Dort sollen lädierte Pappeln durch einen Auwald ersetzt werden. Auch im Osterholz selbst wird es Aufforstungen geben – dort sollen Fichten gefällt werden, um Platz für hochwertigen Mischwald zu schaffen.

„Die Wanderwege durchs Osterholz bleiben erhalten“, kündigt Iseke an. Bald will das Unternehmen auch an der Halde „Schöller“ die neue Aussichtsplattform mit Blick in die Grube Osterholz fertigstellen.

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