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Wülfrath: Kalkstädter stimmen auf den Mai ein

Wülfrath : Kalkstädter stimmen auf den Mai ein

Der Wülfrather Musikverein ist in der Kalkstadt verwurzelt. Zwei Drittel der aktiven Sänger sind unter 26 Jahre alt. Jetzt gab es das traditionelle Maikonzert.

"Ein kleiner Sicherheitshinweis noch: Wenn Noten angeflogen kommen - bitte aufsammeln, die brauchen wir noch." Nicole Nöske, die das traditionelle Konzert der Kalkstädter Wülfrath am 1. Mai moderiert, trägt es mit Humor, dass es an diesem Vormittag nicht nur ziemlich kalt, sondern zusätzlich auch noch ziemlich windig ist.

"Bei Temperaturen um die drei Grad waren wir heute Morgen drauf und dran das Konzert abzusagen", erzählt Vereinsvorsitzender Wolfgang Köster. Nicht nur, dass die Finger der Musiker bei solchen Temperaturen kalt werden, auch die Instrumente leiden: Das Stimmen der Instrumente sei schwieriger, die Felle der Schlaginstrumente nicht so gut bespielbar, und den Flöten bei Wind die richtigen Töne zu entlocken, sei ebenfalls schwierig, so Köster.

Die Bühne stand deshalb im windgeschützten Innenhof, der wie immer mit Birkenzweigen geschmückt war und sich trotz Kälte schnell mit Besuchern füllte. Sogar zusätzliche Stühle mussten aus dem Vereinsheim geholt werden. "Wir sind stolz auf unsere treuen Besucher", begrüßte der Vorsitzende die Zuschauer. Auch im letzten Jahr hätten sie den Verein gerettet und ihn bei strömendem Regen "von den roten in die schwarzen Zahlen gegessen". Und lächelnd fügt er hinzu: "Ich bin mir sicher, dass manche auch noch in Skisachen kommen würden."

Das Programm der Kalkstädter, die sich immer mehr der konzertanten Musik zuwenden, sei mit Märschen und Polkas natürlich etwas "Open Air-lastig", hatte Köster vor dem Konzert angekündigt. Doch auch vom zünftigen "Marsch der Medici" oder der fröhlichen "Amselpolka" waren die Gäste wie immer begeistert und belohnten das Orchester mit viel Applaus. Zwischendurch ließ Dirigentin Tanja Rödel auch ruhigere Töne anstimmen, etwa "The Fairytale of New York", von Nicole Nöske als "zauberhafte Märchenmelodie" beschrieben.

Eingesetzt wurde auch das neue Vibraphon im Wert von über 6000 Euro. "Ein Stabspiel, bei dem statt Holzplatten Metallplatten bespielt werden", erklärt Wolfgang Köster. Durch die elektrische Belüftung würden verschiedenartige Töne entstehen.

Die Musikschüler unter Leitung von Nina Merken spielten "Shape of you" von Ed Sheeran, und die Flötistinnen gaben trotz Wind alles.

Axel Paul - als Vertretung für Bernd Kicinski eingesprungen - sammelte fleißig Spenden für die Musiker, die zwar teilweise in Wintermänteln spielten, sich die Kälte aber ansonsten nicht anmerken ließen. Als Gastverein spielte der befreundete Spielmannszug "Glück Auf" aus Essen. Mit Titeln wie "Einer von 80 Millionen" von Max Giesinger zeigten auch die Essener, dass sie sich weiterentwickeln. "Auch wir sind auf dem Weg zum Konzertanten und Modernen", so Vorsitzende Marion Ketteltasche. Aufwärmen konnte man sich in der Caféteria mit warmen Getränken und selbstgebackenem Kuchen. Und auch das frisch gezapfte Bier zur Bratwurst schien vielen Gästen trotz niedriger Temperaturen zu schmecken.

Übrigens: Der Musikverein Kalkstädter Wülfrath zieht ein ausschließlich positives Resümee für 2017. Dies ist unlängst bei der Hauptversammlung deutlich geworden, wie 1. Vorsitzender Wolfgang Köster informierte. Zum zweiten Mal war das Jahrestreffen als "Kalkstädter-Treff" in Kombination mit der Jugendversammlung und einem gemütlichen Abend mit leckerem vom Grill ausgerichtet worden. Elf Jubilar-Ehrungen standen an, darunter auch die musikalische Leiterin Tanja Rödel für 25 Jahre Mitgliedschaft im Musikverein.

Am 13. Mai präsentieren sich die Kalkstädter Wülfrath beim Konzert eines befreundeten Vereins in Essen-Heisingen.

(hba)