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Wülfrath/Heiligenhaus: Jugendfeuerwehr macht den Stresstest

Wülfrath/Heiligenhaus : Jugendfeuerwehr macht den Stresstest

Der geschulte Nachwuchs übt sich in einigen Brandeinsätzen, Unfällen und in der Suche nach Vermissten.

Schwitzende Gesichter, hochkonzentrierte Arbeit und trotzdem jede Menge Spaß? Kein Problem, das passt perfekt zusammen - wie die zehn Jugendfeuerwehren des Kreises bei der großen Kreisübung in Heiligenhaus und Velbert eindrucksvoll bewiesen. "Wir haben fünf verschiedene Einsatzstellen ausgearbeitet, die immer zwei Jugendfeuerwehren abarbeiten müssen", erzählt Christian Frisch von der Jugendfeuerwehr (JF) Heiligenhaus, die zusammen mit den Kollegen aus Velbert in diesem Jahr die Organisation innehatte: "Das alles vorzubereiten, hat schon einige Monate gedauert", erinnert er sich.

Über 260 Teilnehmer kamen - sehr zur Freude der Kinder und Jugendlichen. "Das ist natürlich für die jungen Leute immer ein ganz besonderer Moment", so Frisch, der auf eine Vielzahl von Helfern zurückgreifen konnte. "Um so etwas auf die Beine zu stellen, braucht man sehr viele Betreuer, die alles vorbereiten. Zwei Kolleginnen von uns sind zum Beispiel extra geschult in der realistischen Darstellung von Verletzten."

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Und von denen gab es einige: So war auf dem Gelände der Firma Dörrenhaus an der Velberter Straße eine Verpuffung in einer Heizungsanlage mit einem anschließenden Großbrand die angenommen Lage - inklusive sechs verletzter Personen im Gebäude. Die Feuerwehren aus Heiligenhaus und Wülfrath gaben hier ihr Bestes. Und das war kein einfaches Unterfangen, denn während einige Trupps die Wasserversorgung über die Schlauchleitungen herstellten, begaben sich andere auf die Suche nach den Verletzten. Mittendrin statt nur dabei war einmal mehr Bürgermeister Jan Heinisch, einst selbst JF-Chef in Heiligenhaus. Er hatte selbst das Kommando über eine Gruppe übernommen: "Das ist fast wie früher", meinte der Verwaltungschef und hatte sichtlich Spaß an der Übung.

Einige Meter weiter auf dem Parkplatz eines Bauhauses hatte sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet, bei dem mehrere Personen eingeklemmt wurden und der Lkw in Brand geriet. Verletzte wurden gerettet und betreut, das Feuer, das zwischenzeitlich auf die Böschung übergegriffen hat, gelöscht. Wie schwer der Job bei der Feuerwehr ist, konnte der Nachwuchs dabei am eigenen Leib spüren. Denn einige durften die Atemschutzgeräte tragen - auch wenn diese nicht angeschlossen waren.

An einer dritten Station in einem Waldgebiet mussten die Mädchen und Jungen Verletzte suchen und retten, die sich nach einem schweren Unfall in Panik in einen Wald geflüchtet hatten.

"Hier haben wir den Anwohnern vorher auch Bescheid gegeben, damit die sich nicht wundern, wenn dann plötzlich Menschen vor ihnen stehen, die schwer verletzt aussehen", so Frisch.

Die Bilanz der Übung fällt positiv aus: "Es hat alles gut geklappt. Und die jungen Leute haben je nach Alter alle Aufgaben sehr gut erledigt." Angesichts des dicken Lobes lohnen sich Schweiß und Anstrengung.

(RP)