In Wülfrath wird gebaut.

Wülfrath: Kita-Bau: Nachbarn befürchten Schäden

Bei der Informationsveranstaltung der Stadt gab es reichlich Kritik von Anwohnern an den Plänen.

Die Errichtung der neuen Kita mit fünf Gruppen an der Schulstraße wird konkret. Der Abriss der Hausmeisterwohngebäude ist bereits abgeschlossen. Anwohner konnten sich jetzt im Sitzungssaal des Rathauses informieren, welche nächsten baulichen Schritte in ihrer Nachbarschaft bevorstehen. Dabei reagierten die meisten der Anwohner mit Unverständnis und Verzweiflung gegenüber den Referenten – unter ihnen Bürgermeisterin Claudia Panke, Baudezernent Martin Barnat, Ingenieur Lars Volke und Hochbauamtsleiter Martin Groppe. Der Grund: Allein der Abriss des Hausmeistergebäudes hatte für Unmut gesorgt.

Ein Anwohner berichtet, die Erschütterungen seien so stark gewesen, dass ihm sogar ein Regal von der Wand geflogen sei. Im Herbst stehen dann wieder Erschütterungen an, denn das Verfahren der sogenannten Rüttelstopfsäulen steht bevor. Dabei wird der sandige Boden durch Vibrationen verdichtet, so dass säulenförmige Hohlräume entstehen. Diese werden anschließend mit Kies gefüllt, wodurch die Statik erhöht wird.

Lars Volke, der das Verfahren anhand einer Grafik erklärt hat, beantwortet viele Fragen der Anwohner: „Der Baugrund ist derart schlecht, dass 300 dieser Hohlräume geschaffen werden müssen. Jeder von ihnen wird eine maximale Tiefe von sieben Metern haben. Bestenfalls bis zu 30 Säulen am Tag sind zu bewerkstelligen.“ Am meisten interessieren sich die Anwohner für die Dauer des Verfahrens. „Zwei bis drei Wochen wird es Erschütterungen im Umkreis der Schulstraße geben“, sagt Volke mit Vorsicht in der Stimme. Anwohner bezweifeln dies. Viel Kopfschütteln hier, viele verschränkte Arme dort.

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Martin Groppe verteidigt das Vorgehen: „Wir nutzen das vorhandene Erdreich. Mal angenommen, wir würden den sandigen Boden wegschaffen und anderes Erdreich heranfahren – 1000 Lkw-Bewegungen wären für die riesige Menge Sand notwendig.“ Vom zeitlichen Aufwand sowie der Kosten ein untragbares Konzept, unterstreicht der Hochbauamtsleiter. Man werde in der Schulstraße mithilfe von Messinstrumenten die zumutbare Grenze der Vibrationen im Auge behalten. Sowohl auf Seiten der Referenten als auch der Anwohner herrscht Uneinigkeit, wie stark die Erschütterungen zu spüren sein könnten. Selbst Anwohner aus der Straße Am Höfchen befürchten, vom Radius der Vibrationen nicht verschont zu werden.

Ein sichtlich verärgerter Mann stellt die Frage, wie man mit Beschädigungen am Eigentum umzugehen habe. Wie könne man beweisen, dass ein Schaden durch die Vibrationen verursacht wurde? Baudezernent Barnat antwortet: „Wir werden jeder Sache nachgehen. Notfalls mit einem Gutachter.“ Martin Groppe rät den Anwohnern, den aktuellen Zustand ihres Wohneigentums zu dokumentieren, bevor es zu etwaigen Schäden kommt. Im Ernstfall habe man einen plausiblen Vergleich vorzuweisen. Bürgermeisterin Claudia Panke setzt auf versöhnliche Töne: „Die Lage zwischen Stadtpark und Innenstadt ist optimal für eine Kita. Eine Baumaßnahme ist daher unvermeidbar.“