Wülfrath: Grünes Licht für Halfmannstraße

Wülfrath : Grünes Licht für Halfmannstraße

Der Stadtentwicklungsausschuss stimmt dem Quartierskonzept zu. In vier Bauabschnitten sollen 140 moderne Wohnungen und ein Parkhaus mit 60 Stellplätzen entstehen. Die Stadt hofft auf Fördermittel.

Am Ende flogen alle Finger hoch: Einstimmig billigte der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung das Quartierskonzept Halfmannstraße/Havemannstraße.

In vier Bauabschnitten sollen dort 140 alte, schlecht gedämmte und nach heutigen Maßstäben zu kleine und verwinkelte Wohnungen durch 140 neue, großzügigere, barrierefreie und in Sachen Energieverbrauch moderne Wohnungen ersetzt werden.

Hinzu kommt ein Parkhaus an der Havemannstraße mit drei Etagen und 60 Stellplätzen. Der erste Bauabschnitt soll noch in diesem Jahr starten, der zweite in der ersten Hälfte 2018. Für die weiteren Schritte sind noch keine Eckdaten genannt. Aus Sicht der Planungsbeamten war die Zustimmung das Happy End für einen Kraftakt. Denn die Stadt und der Haupteigentümer, die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft, GWG, Wülfrath hoffen auf die Unterstützung durch Wohnbaumittel des Landes NRW und des Kreises. Diese Gelder gibt es nur mit Quartierskonzept.

Deshalb haben Planer und GWG-Spitze, unterstützt durch das Dortmunder Beratungsunternehmen Plan-lokal die Planung bereits vorab im Düsseldorfer Ministerium gezeigt. Der Inhaber von Plan-lokal, Alfred Körbel sprach von "einem positiven Feedback", das die Wülfrather Pläne bekommen hätten. Das ist eine Tendenz, noch keine Bewilligung von Landesmitteln.

Das Viertel, um das es geht, ist ein vergessener Schatz. Von hier aus kommen Anwohner zu Fuß in die Wülfrather Innenstadt. Laut Körbel sei das Viertel von den Bewohnern her jünger als gedacht. Viele junge Paare wohnten dort und junge Familien mit kleinen Kindern. Im krassen Gegensatz zur Toplage und Bevölkerung steht die Bausubstanz. Zahlreiche Häuser stammen aus den frühen 1950er Jahren. Sie wurden im Zeichen der damaligen Wohnungsnot schnell, preiswert und standardisiert errichtet. Weil in Nord-Süd-Richtung gebaut, gibt es wenig Tageslicht für das Innere der Häuser.

Die großen Grünflächen zwischen den Gebäuden sind Pluspunkte. Doch hat das gesamte Viertel 17 Meter oder sieben Prozent Gefälle zur Stadtmitte hin. Das macht die für Landesmittel erforderliche Barrierefreiheit auf Straßen und gehwegen, aber auch in den Gebäuden zur Herausforderung.

Und: Die regelmäßig zugeparkten Gehsteige signalisieren, dass legaler Parkraum im Umkreis von Halfmannstraße und Havemannstraße extrem knapp sind. Zum Parkhaus und den externen Parkflächen gab es dann sofort Diskussionen. André Herbes von der Wülfrather Gruppe fragte nach Umfang und Zufahrten des Parkhauses. Die Antwort des Plan-lokal-Chefs Körbel: "Das Parkhaus verschwindet schon halb im Hang - es stört nicht." Dies gilt seiner Meinung nach auch für die Zufahrtrampen.

Auf die Frage, warum auch die neu errichteten Wohngebäude nur zweigeschossig seien, antwortete der Planungsdezernent Martin Barnat: "Damit würden wir in Konflikte kommen mit den vorgeschriebenen Abstandsflächen."

(RP)