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Wülfrath: Gitarrenunterricht begeistert Schüler

Wülfrath : Gitarrenunterricht begeistert Schüler

Die Sekundarschule am Berg bietet auch am Schlagzeug Einzelstunden an. Die Kosten trägt die Stiftung "Kinder stärken".

Wenn Parsa eine Gitarre in der Hand hält, strahlen seine Augen, als ob es nichts Schöneres auf der Welt gäbe. "Ich wollte immer Gitarre lernen", erzählt der junge Iraner, "und als ich dann mitbekommen habe, dass hier Unterricht angeboten wird, da habe ich immer und immer wieder gefragt, wann ich endlich auch dran komme."

Vor einigen Wochen nun hat sich sein großer Wunsch erfüllt und Parsa erhält einmal pro Woche etwa 25 Minuten lang Einzelunterricht in Akustikgitarre bei Florian Schober. Der 26-Jährige hat diesen klassischen Musikerhabitus, die längeren Haare zum Zopf, sehr nett, sehr ausgeglichen und vor allem: sehr viel Leidenschaft für die Musik. "Es macht unheimlich viel Spaß mit den Kindern hier zu arbeiten", sagt der studierte Profi, der derzeit ein zweites Studium in Sozialarbeit absolviert und zusätzlich zu den 2,5 Stunden Instrumentalunterricht auch noch sechs Stunden im pädagogischen Bereich an der Sekundarschule tätig ist. "Bei Parsa ist es besonders toll, weil er gern auch zur Musik singt", erklärt Florian Schober lachend, und der 14-Jährige nickt eifrig zustimmend. "Ich kann schon Akkorde von Mark Forster -,Wir sind groß' - und ich singe dazu, allerdings in meiner Landessprache."

Insgesamt fünf Schüler hat Schober derzeit, einige stehen bereits auf einer Warteliste. "Es ist wunderbar, dass wir durch die Stiftung die Möglichkeit dazu haben", freut sich auch die didaktische Leiterin der Schule, Jutta Misch-Schober, "die Eltern können sich vielleicht keinen Unterricht leisten, und so haben diese Kinder trotzdem die Chance, ein Instrument zu erlernen." Und das muss nicht unbedingt die Gitarre sein - auch ein Schlagzeug steht als Alternative im Musikraum der Schule zur Verfügung. "Jedes Kind ist anders", weiß Florian Schober, der Jazz-, Pop- und E-Gitarre und Schlagzeug in Arnheim studiert hat, "und somit fällt auch die Entscheidung, welches Instrument passt, unterschiedlich aus. Ich hatte auch schon zwei Schülerinnen, die haben gemerkt, dass beides nicht ihr Ding ist, dann ist das auch Ok." Luciano geht in die fünfte Klasse, spielt bereits Klavier und freundet sich nun immer mehr auch mit der Gitarre an, genau wie Sophia, die bereits von Beginn der AG im Februar dabei ist. Aaron dagegen fiebert dem Tag entgegen, an dem auch er endlich "an die Klampfe" darf. "Ich spiele schon etwas Gitarre", sagt er, "aber ich finde den Florian Schober einfach klasse und denke, ich könnte noch viel von ihm lernen." Ursprünglich war die Idee, Instrumentalunterricht anzubieten, daraus entstanden, dass viele Schüler in der eigenen Schulband mitmischen wollten, ihnen aber schlichtweg die musikalischen Fähigkeiten dazu fehlten. "Wir überlegen derzeit, ob es nicht möglich ist, vielleicht eine zweite Band mit den Anfängern zu gründen", beschreibt Jutta Misch-Schober den Plan für die Zukunft.

Wie lange die besondere AG noch weitergeführt werden kann, weiß derzeit niemand. "Wir müssen schauen, wie lange die Stiftung die Kosten dafür übernimmt, oder vielleicht findet sich ja noch jemand anderes, der uns finanziell unterstützen möchte." Parsa jedenfalls hat derzeit nur noch einen Wunsch. "Ich hätte gerne eine Gitarre für zuhause, damit ich jeden Tag üben kann."

(dani)