Erfolgsbilanz in Wülfrath: 1130 Kinderfüße sind vermessen

Wülfrath : Erfolgsbilanz: 1130 Kinderfüße sind vermessen

Im Jugendhilfeausschuss zieht Udo Neumann von der Stadt ein Resümee vergangener Aktionen. Gut besucht war die Familienmesse.

Einen vor allem informativen Abend erlebten am Mittwochabend die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses in Wülfrath. Beschlüsse mussten nicht gefasst werden, aber neben Mitteilungen der Verwaltung präsentierte die Abteilung Kinder- und Jugendförderung ihren Jahresbericht in einem etwas lockereren Rahmen als sonst üblich.

Zunächst stellte Udo Neumann die aktuellen Themen aus der Wülfrather Jugendhilfe vor. Er informierte über die Neuerungen im KiBiz (Kinderbildungsgesetz) und erwähnte neben den Summen, die allgemein ins System fließen werden, auch die Erwartung, dass dennoch für die verschiedenen Maßnahmen wie zum Beispiel das zweite beitragsfreie Kindergartenjahr noch unbekannte Beträge auch bei der Kommune hängen bleiben.

Die aktuellen statistischen Daten, deutschlandweit und teilweise auch auf die Stadt bezogen, präsentierte Neumann in Form eines kleinen Quizes, das gut im Ausschuss ankam. Abschließend erwähnte er die Tops und Flops des aktuellen Jahres: Positive Projekte waren die Familienmesse Ende März und die Fußmessaktion, bei der 1130 Kinderfüße vermessen wurden, um zu prüfen, ob die richtigen Schuhe getragen werden. Die Auswertung steht noch aus. Bei der Familienmesse fiel die lange Verweildauer der Eltern auf und dass besonders viele junge Erwachsene und Schwangere zu Gast waren. Noch nicht konkret bewertbar ist das erst kürzlich gestartete Projekt „KiB“ (Kinder in Bewegung). Problematisch ist die Suche nach Fachkräften für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe und besonders auf der Seele brennt der stockende Neubau der Kita Schulstraße.

Hier setzte die kurze Information von Martin Gruppe an. Er legte den Sachstand für den Kita-Neubau dar und stellte in Aussicht, dass der Generalunternehmer im Juni mit dem Rohbau wird beginnen können. Zum Kita-Jahr 2020/2021 soll der Betrieb aufgenommen werden.

Mit ihrem fünfköpfigen Team und einigen Jugendlichen aus dem Jugendhaus präsentierte Angela Sprink den Jahresbericht der Abteilung Kinder- und Jugendförderung. Sprink erläuterte einleitend die pädagogischen Grundprinzipien und gab einen kurzen Abriss über die Struktur und Aufgaben der Abteilung. Dann stellte das Team mit jeweils kurzen Worten die aktuellen Spannungsfelder der (offenen) Kinder- und Jugendarbeit dar. Sie beschrieben Wege und Möglichkeiten, Jugend zu fördern und zu begleiten.

Anschließend kamen die anwesenden Jugendlichen zu Wort, die regelmäßig das Kinder- und Jugendhaus besuchen. In Form eines „kleinen Fish Bowl“, einer Form der Gruppendiskussion, beschrieben sie ihre Erfahrungen mit der Wülfrather Einrichtung und erzählten, was das Haus für sie bedeutet. Dabei fielen Stichworte wie Freunde, Ruhe finden, Entspannung, Flucht vor dem Alltag, Beschäftigung und Austausch untereinander. Für die Ausschussmitglieder spannende Einblicke in die Sichtweisen der Jugendlichen.

Die letzten beiden Tagesordnungspunkte konnten recht schnell abgehandelt werden. Zunächst erläuterte Jugendamtsleiterin Bärbel Habermann die Stellungnahmen zu diversen Prüfaufträgen, dann ging es um den Zielkatalog des Dezernats IV Jugend, Soziales, Bildung und Sport. Diese wurden vor dem Hintergrund der finanziellen Situation der Stadt, des demografischen Wandels, der Zuwanderung und weiterer Einflüsse wie gesetzlichen Grundlagen neu erarbeitet.

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