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Dreck-weg-Tag mit Teilnehmer-Rekord in Wülfrath

Organisatoren sind beeindruckt : Dreck-weg-Tag mit Teilnehmer-Rekord

Abfallberaterin Ulrike Eberle liegen schon 734 Anmeldungen vor. Es könnten am Ende sogar 800 werden, sagt sie.

Abfallberaterin Ulrike Eberle, Organisatorin des 19. Dreck-weg-Tages am 14. März, zeigt sich beeindruckt: „Wir sind auf vollem Rekordkurs. Im besten Jahr 2014 hatten wir 665 Teilnehmer und jetzt sind es schon 734 Anmeldungen“, freut sie sich über die tolle Resonanz. „Ich habe auch den Eindruck, dass das noch nicht das Ende ist. Möglich, dass die Zahl noch auf 800 Teilnehmer ansteigt.“ Prozentual gesehen sei das für so eine kleine Stadt auf jeden Fall enorm.

Hat sie eine mögliche Erklärung für diesen Rekord? „Ich denke, das hat auch mit der aktuellen Klimaschutzdiskussion zu tun“, meint sie. „Die Parents for Future und die Jugendlichen von Fridays for Future sind auch dabei. Alle sind sensibler geworden und wollen etwas für das Klima tun. Viele denken über Abfallvermeidung nach und das hängt auch mit dem Thema Stadtsauberkeit zusammen.“

Natürlich mache so ein Aktionstag auch Spaß, betont sie. „Es gibt ja hinterher ein gemeinsames Mittagessen in der Fahrzeughalle des Baubetriebshofes, da tauschen sich die Helfer bei Suppe, Kaffee und Kuchen aus und es entsteht ein richtiges Gemeinschaftsgefühl.“ Einige Gruppen machen zum ersten Mal mit: „Die Kita der Freien Aktiven Schule ist mit 30 Kindern dabei, die Bildungsgesellschaft E.D.B. hilft am Spring beim Bepflanzen und die Zeugen Jehovas nehmen mit 30 Erwachsenen teil.“ Auch viele andere Kitas und Schulen haben sich angemeldet. Das freut Ulrike Eberle besonders: „Schulen führen zusätzlich Unterrichtsprojekte zum Thema Abfall durch. Ich habe die Hoffnung, dass sich die Kinder, wenn sie einmal mitgemacht haben, eher für ihren Abfall verantwortlich fühlen. Sonst schmeißen sie ihn ja schon mal einfach über die Schulter.“

Da Schulen und Kitas meist schon am Freitag sammeln, gibt es von Ulrike Eberle Muffins oder ein Eis als Dankeschön. „Ich bin dankbar für jede Unterstützung“, ergänzt sie, vielleicht gibt es ja einen örtlichen Bäcker, der einen Sonderpreis machen möchte.“ Aber auch viele Familien melden sich zusammen mit Freunden und Bekannten an, auch Flüchtlingsfamilien helfen: „Man kann Wunsch-Sammelgebiete angeben. Schulen und Kitas sammeln meist in ihrem Umfeld, dort wo sie gefahrlos laufen können.“ Und trotz der hohen Teilnehmerzahl suche sie noch Sammler für die Ein- und Ausfallstraßen, für die Gewerbegebiete Diesel- und Kruppstraße oder auch Schlupkothen und Hammerstein, sagt Ulrike Eberle.

Mit zu den größten Teilnehmer-Gruppen gehören unter anderem die Lindenschule mit 124 Kindern, die Sekundarschule mit 70 und die Kita Düssel mit 40 Kindern. „Die größte Erwachsenengruppe sind die Zeugen Jehovas mit 30 Teilnehmern“, berichtet sie.

Nicht zu vergessen sei natürlich die Pflanzaktion. „Wir wollen die Stadt auch verschönern und bepflanzen öffentliche Blumenbeete und Pflanzkästen mit Stiefmütterchen. Die SPD pflanzt beispielsweise im Angergarten, die WG neben der alten Post.“ Pflanzenspenden habe sie unter anderem vom Benninghof und vom Bürgerverein erhalten. „Ich freue mich aber über weitere Stiefmütterchen-Spenden“, ruft Eberle noch einmal zum Spenden auf. Und auch über finanzielle Unterstützung freut sie sich.

Trotz aller Zufriedenheit: „Der größte Erfolg wäre, wenn der Aktionstag nicht mehr stattfinden muss, weil es keinen Müll mehr gibt“, sagt Ulrike Eberle. Aber erfolgreich ist der Dreck-weg-Tag jetzt schon: „Vor 20 Jahren haben wir noch sechs Tonnen Müll eingesammelt, im letzten Jahr waren es nur noch zwei.“