Die Kita Arche Noah in Wülfrath hatte zum Nachttrödel eingeladen.

Wülfrath: Im Dunkeln lässt es sich gut trödeln

Bereits zum dritten Mal wurde in der Kita Arche Noah ein Abendtrödelmarkt durchgeführt. Die beliebte Veranstaltung hat einen ganz besonderen Charme.

Wülfrath Die junge Frau nimmt ein buntes, gut erhaltenes Bilderbuch hoch, blättert ein wenig darin herum. „Hör mal, was da hupt“ enthält jede Menge Bilder von Fahrzeugen aller Art, Kleinkinder lieben solche Bücher. „Was soll das denn kosten?“, möchte sie wissen und schaut Trödlerin Anita Wecke fragend an. „Zwei Euro?“ Der Deal ist perfekt, beide Seiten freuen sich. „Das läuft heute richtig gut, vor allem die Spielsachen gehen gut weg“, erzählt die junge Mutter, die mit ihrer fünfjährigen Tochter Sophia vorab genau ausgesucht hat, was wegdarf und was nicht.

„Von manchen Sachen trennt sie sich auch etwas schwerer, aber sie versteht schon, dass es Quatsch ist, bestimmte Dinge zu behalten, etwa Kleidung, die zu klein geworden ist.“ Anita Wecke zeigt auf ein paar Hausschuhe mit Pferden drauf. „Die hat sie besonders gern gehabt.“ Zwei Stände weiter spielen Emilia und Emilia, ziemlich beste Freundinnen, zusammen Barbiepuppe. „Wir wollten die zuerst verkaufen, aber dann haben wir unsere Barbies einfach getauscht“, sagt eine der beiden Emilias, „meine Neue heißt jetzt Lisa.“ Verkaufen, das macht richtig viel Spaß, finden die beiden Siebenjährigen und haben auch klare Vorstellungen, was ihre Angebote so kosten sollen. „Hier dieses Wimmelbuch kannst du haben, wenn du mir sieben Euro gibst“, erklärt Emilia Nr. 1, Emilia Nr. 2 ergänzt: „Plüschtiere haben wir auch, die kannst du auch kaufen.“ Ihre Mütter verfolgen lachend das Gespräch, auch sie mögen das besondere Ambiente eines Abendflohmarktes. „Es ist irgendwie entspannter, ruhiger, einfach eine besondere Stimmung.“

Insgesamt 17 Stände sind in der Kita in den verschiedenen Räumen aufgebaut, neben Spielzeug bieten die Mütter (und ganz wenige Väter) vorrangig Kinderkleidung bis Größe 116 an. Aline Pieth sortiert gerade Babymädchenkleidung, Größe 68. „Hier, das habe ich selbst genäht“, sagt die Mutter zweier kleiner Töchter und zeigt auf ein buntes Hängerchenkleid, „das sieht ganz süß aus.“ Reich werden, das kann man auf so einem Trödel nicht, das weiß auch Aline Pieth, und doch schätzt sie diese Form des Verkaufens sehr.

„Natürlich kriege ich im Internet vielleicht mehr dafür, aber hier habe ich unheimlich nette Gespräche, an manchen Teilen hänge ich sehr, da freue ich mich, wenn sie sozusagen in gute Hände kommen, und es macht auch Spaß, werdende Eltern zu beraten. Gerade war ein Paar hier, das sein erstes Baby Ende November erwartet, denen konnte ich einige gute Tipps geben, und das macht halt unheimlich viel Spaß.“

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Ob Maxi Cosi, Kinderstuhl oder Schneeanzug, auf dem kleinen Nachtrödel findet vieles einen neuen Besitzer.

Zwar sind nicht all zu viele Besucher gekommen, aber die, die da sind, haben Zeit, stöbern ausgiebig, tauschen sich aus, trinken eine Kleinigkeit.

„Es ist einfach wunderbar, mal ohne die Kinder im Schlepptau loszuziehen und sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren“, schwärmt eine Käuferin, „wenn man weiß, die Kleinen liegen wohlbehütet im Bett, Papa ist da und passt auf, ganz ehrlich, was gibt’s da Schöneres als so ein kleiner, feiner Trödelmarkt?“

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