Das geplante neue Feuerwehrgerätehaus in Wülfrath ist ein heißes Eisen.

Wülfrath : Feuerwehrgerätehaus – Politik ist kritisch

Der Haupt- und Finanzausschuss leitete die Vorlage zu den Plänen am Rotdornweg an den Rat weiter. Die CDU brachte einmal mehr das stillgelegte Gelände am alten Wülfrather Bahnhof als Standort ins Gespräch.

Einen langen Fragenkatalog der Lokalpolitiker mussten die Vertreter der Stadtverwaltung vor dem Haupt- und Finanzausschuss abarbeiten. Darin ging es etwa um die Parkflächen am geplanten neuen Feuerwehrgerätehaus am Rotdornweg, um die Erreichbarkeit des Standortes – und natürlich ums Geld: Bevor die Stadt Wülfrath ihre Pläne für die Feuerwehr umsetzen kann, gibt es offensichtlich noch viel Gesprächsbedarf. Das zeigte sich auch in der jüngsten Sitzung des Gremiums.

Dass die Wülfrather Feuerwehr mehr Platz braucht, ist unstrittig. Die Hauptfeuerwache an der Wilhelmstraße soll bis ins Jahr 2023 erweitert, umgebaut und modernisiert werden. Einige Fahrzeuge stehen notgedrungen im Freien. Und der Brandschutzbedarfsplan sieht einen zusätzlichen Standort für die Feuerwehr vor, um die Fahrtzeiten der freiwilligen Kräfte zu ihrem „Basislager“ zu verkürzen. Der Wülfrather Süden soll künftig besser erreicht werden. Ein Gutachten der Stadt favorisiert als Platz für ein neues Gerätehauses den Rotdornweg. Dort sollen Hallen für drei Großfahrzeuge, ein Schulungsraum und eine Dienstwohnung entstehen. 1,7 Millionen Euro würde dieses Projekt voraussichtlich verschlingen.

Vollkommen überzeugt vom Vorhaben ist die Politik indes noch nicht: „Das Gerätehaus ist kein Bauwerk, das in zwei Jahren egal ist, da braucht es eine nachhaltige Lösung“, warf Axel Effert (CDU) in die Runde. Schließlich könne kein Mensch wissen, wo die freiwilligen Feuerwehrleute in einigen Jahren ihre Wohnsitze hätten und wie lange sie dementsprechend zur Wache anreisen müssten. Effert bevorzugt einen zentralen Feuerwehrstandort – und brachte in der Ausschuss-Sitzung am Dienstag einmal mehr das stillgelegte Gelände am alten Wülfrather Bahnhof ins Gespräch. Und so gab der Ausschuss der Verwaltung schließlich einstimmig einen Prüfauftrag mit: Die Stadt soll klären, welche Auswirkungen eine Verlagerung der Hauptfeuerwache aufs Bahnhofsgelände hätte. Baudezernent Martin Barnat bremste allerdings gleich wieder den Elan der Bahnhofs-Befürworter: Planungsrecht für das Areal bis 2020 zu erreichen, sei ein „ehrgeiziges Ziel“, sagte er.

Für den Standort am Rotdornweg will die Stadt wiederum bis ins kommende Jahr einen Bebauungsplan erarbeiten. Dort sollen 27 Parkplätze für die Feuerwehrleute entstehen – und zwar wohl nicht in einer Tiefgarage, sondern überirdisch, wie Guido Großmann betonte. Auch das löste Zweifel am Projekt aus. Es passe nicht zusammen, für andere Bauvorhaben eine Tiefgarage zu verfechten, um am Rotdornweg eine große Fläche mit Parkplätzen zu belegen, sagte etwa Axel C. Welp. Offen ist auch noch, wie man mit der geplanten Dienstwohnung am neuen Gerätehaus verfährt: Soll sie nun ausschließlich Gerätewarten ein Zuhause dienen, die ein Auge auf die Sachwerte in den Hallen hätten, oder offen sein für sämtliche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr? Viele Fragen blieben offen – und folglich fiel auch keine Entscheidung über die Beschlussvorlage. Ein Vorratsbeschluss über die Pläne am Rotdornweg ist für die nächste Ratssitzung vorgesehen. Die findet am kommenden Dienstag, 25. September, ab 17 Uhr im großen Saal des Rathauses statt.

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