Das Apfelfest in Wülfrath lockt die Menschen an.

Wülfrath: Besucherrekord beim Apfelfest

Erst vor wenigen Tagen feierten die Wülfrather ihr Kartoffelfest. Das Fest rund um den Apfel lockte nun die Menschen erneut vor die Tür, in Scharen kamen sie zum Zeittunnel.

Markus Wagner vom Zeittunnelcafé schüttelt fassungslos den Kopf: Um 15.30 Uhr ist kein einziges Stück Kuchen mehr da, alles verkauft. „Wir haben gestern von morgens bis abends gebacken, rund 400 Stücke, also da haben wir ja nun wirklich gar nicht mit gerechnet“, erzählt er erfreut, „vor allem weil heute Morgen kaum jemand da war, aber seit mittags ist hier wirklich die Hölle los.“

Mit der Sonne kommen die Besucher, aus Wülfrath, aber auch den umliegenden Städten, so wie Laurin und seine Mama aus Erkrath. „Laurin bastelt gerade an einer kleinen „Villa Ohrwurm“, eine Art Insektenhotel, speziell für Ohrenkneifer. „Die sind ja sehr beliebt bei den Gärtnern, weil sie Blattläuse und Spinnenmilben fressen“, weiß Gitta Wöffler, erste Vorsitzende vom Tier- und Naturschutzbund Wülfrath. Rund 50 kleine Blumentöpfe hat sie mitgebracht, Kordeln, Holzwolle und viele bunte Stifte, mit denen Laurin jetzt den neuen Unterschlupf bemalt. „Ich nehme aber nur blau“, entscheidet der Vierjährige spontan, seine Mama hat Zeit für ein kurzes Feedback über das ihr bis dato noch nicht bekannte Fest. „Wir haben einfach mal geschaut, was sich heute im Umkreis so anbietet, und sind auf das Apfelfest gestoßen. Und ich muss sagen, es ist schön hier, Laurin hatte viel Spaß auf der Hüpfburg und beim Steine klopfen.“

Es sind vor allem die Familien mit den kleinen Kindern, die zum Apfelfest gekommen sind. Und die finden die verschiedenen Apfelsorten am Stand der Apfelsaftmanufaktur von Harald Aue besonders spannend. „Was ist das denn da?“, fragt ein Mädchen und zeigt auf einen Korb voll mit kleinen gelben Früchten, die aussehen wie Mirabellen. „Das sind tatsächlich auch Äpfel“, antwortet die Verkäuferin, „sie heißen Butterballen und sind ziemlich bitter.“ Das Mädchen beißt hinein und verzieht das Gesicht. Harald Auer lacht. „Das ist in der Tat auch eher Zierobst.“ Die anderen Sorten dagegen „Baumanns Renette“, „Jacob Lebel“ oder „Rheinischer Krumstiel“ sind da bei den Besuchern schon beliebter. „Wir sind eine gefühlte Ewigkeit hier auf dem Apfelfest, und wir kommen immer wieder gerne“, schwärmt der Wuppertaler Obstbauer, „aber diesmal bin ich ein wenig traurig, dass Clown Pepe in diesem Jahr nicht dabei ist.“

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Tatsächlich wundern sich einige Stammbesucher, Peter Kirschner alias Clown Pepe ist eigentlich immer dabei, oft auch mit seiner Specksteinwerkstatt. „Die Stadt will halt sparen, daher gibt es heute weder den Clown noch Livemusik“, erläutert Andrea Gellert die ungewohnten Umstände, „aber wenn ich mich so umschaue, freuen sich die Kinder über die Hüpfburg als Alternative.“ Um 17 Uhr gibt es dann auch keine Würstchen mehr, gegen den Hunger helfen jetzt nur noch einige wenige Nackensteaks und Laugenbrezel oder Popcorn aus der Popcornmaschine.

Dort lässt es sich einer besonders gut schmecken, Sean, der Bordercollie von Harald Auer. „Der frisst ja alles, was runterfällt wie ein Staubsauger“, beobachtet ein kleiner Junge und lacht. „Es ist wirklich unglaublich, was hier heute los ist“, schwärmt Gitta Wöffler, die auch den Stand mit den gebrauchten Büchern und Heften betreut - alle Einnahmen daraus fließen in den Natur- und Tierschutz. „Wir haben hier noch eine riesige Sammlung an Teddymagazinen, Fachzeitschriften rund um das Kuscheltier, eine Dame hat uns das zur Verfügung gestellt. Vielleicht findet sich ja noch jemand, der daran Freude hat.“

Laurin steckt die Kappe auf den blauen Stift und legt ihn zurück in die Kiste. „Fertig“, sagt er stolz und zeigt das kleine Ohrenkneiferhotel in die Runde, „ist doch schön geworden, oder?“

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