Wülfrath: CDU: Das Comeback des Andreas Seidler

Wülfrath: CDU: Das Comeback des Andreas Seidler

Überraschung bei der CDU: Einstimmig wurde der Vizebürgermeister zum zweiten Vorsitzenden gewählt.

Es sollte eine Überraschung werden - und das war es auch: Andreas Seidler ist zurück im Vorstand des CDU-Stadtverbands. Der 1. stellvertretende Bürgermeister wurde bei der Mitgliederversammlung am Mittwoch mit 32 von 32 Stimmen zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Künftig wird er zusammen mit Christian Schölzel eine Doppelspitze bilden. "Ich bin motiviert und würde gerne aus dem Ruhestand zurückkommen", sagte der 50-jährige Wülfrather kurz vor seiner Wahl.

Andreas Seidler war bereits von 2004 bis 2015 Vorsitzender des Stadtverbandes der Christdemokraten in der Kalkstadt und konnte die damals zerstrittene Partei wieder einen und stabilisieren. Nach elf Jahren im Amt wollte er "den Staffelstab in jüngere, unverbrauchte Hände" geben und verzichtete damals auf eine erneute Kandidatur. Der frühere Beisitzer Christian Schölzel wurde daraufhin zum Vorsitzenden gewählt.

Möglich wurde das Comeback Seidlers nunmehr durch den Rückzug des stellvertretenden Vorsitzenden Patrick Dahm (30), der sich jetzt ganz auf seine Arbeit als Chef der Jungen Union in Wülfrath konzentrieren will. "Die Lücke zu füllen, die Patrick hinterlässt, wird nicht einfach sein", sagte Christian Schölzel. Er habe dann überlegt, wie man die Partei aus einer starken Position heraus noch stärker machen könne.

2015 gab Andreas Seidler das Amt des Vorsitzenden der CDU in Wülfrath ab. Nun ist er wieder im Vorstand. Foto: MNA
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So sei er auf Andreas Seidler gekommen, der "mega engagiert" sei und die Partei, die Stadt und die Strukturen wie seine eigene Westentasche kenne. "Ich bin aus allen Wolken gefallen, als Christian mich anrief", erzählte Andreas Seidler. Er kehre gerne zurück, auch, um das einzige Ziel, das er in elf Jahren an der Parteispitze nicht erreicht hatte, nachzuholen: Nämlich bei einer Bundestagswahl alle 16 Wahlbezirke der Stadt mit seinen Kandidaten direkt zu gewinnen. "Auch wenn wir faktisch eine Doppelspitze sind, hätte Christian Schölzel als Vorsitzender das letzte Wort, sollte es jemals eine Kampfabstimmung im Vorstand geben", stellte Seidler klar. Bisher war es noch nie so weit gekommen.

Als neue Beisitzer wurden Thomas Nolde und Gerrit Dohmeier gewählt, Dunja Baumhardt zieht sich aus dem Vorstand zurück. Christian Schölzel blickte zurück auf ein turbulentes Jahr 2017, in dem die CDU-Kandidaten bei der Landtagswahl (Martin Sträßer) und bei der Bundestagswahl (Peter Beyer) die Direktmandate geholt hatten und die neue Geschäftsstelle in der Wilhelmstraße sich als sehr nützlich bewährt hatte. Peter Beyer war extra für die Mitgliederversammlung aus Berlin angereist und berichtete eine halbe Stunde lang aus der Bundespolitik, bevor er auch schon wieder zum Flughafen musste.

"Ich bezweifele doch arg, dass Christian Lindner es jemals ernst meinte", sagte Beyer zum Scheitern der Jamaika-Sondierungen. Auch die Chancen für eine Fortsetzung der Großen Koalition sehe er nur bei 40 zu 60. "Aber der Wähler hat uns einen Auftrag gegeben", so Beyer. Die CDU sei bereit, wieder Regierungsverantwortung zu übernehmen, auch im Sinne Europas, und am liebsten wieder unter einer Kanzlerin Angela Merkel. "Wir wollen keine Neuwahlen. Aber wenn es doch dazu kommt, trete ich gerne mit meinem tollen Wahlkampfteam wieder an", versprach Beyer.

(tpp)
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