Wülfrath: Benefizkonzert sorgt für Wohlklang in der Kirche

Wülfrath: Benefizkonzert sorgt für Wohlklang in der Kirche

Überrascht von der weißen Pracht wurde am Wochenende Tenor Sangmin Jeon. Er reiste mit der Bahn zur adventlichen Benefizsoirée des Konzertgestalters Karl-Heinz Nacke zugunsten der Kinder in Bangladesch an. Eine Stunde Wartezeit auf den Bus nach Düssel genügte dem Südkoreaner, die klirrend kalte Weltvergessenheit des Haltepunktes Wülfrath-Aprath zu verinnerlichen.

In seine englische Version der französischen Heiligabend-Beschwörung "Minuit, Chrétien" legte er demzufolge einige zusätzliche Feuerscheite und schuf einen von vielen glühenden Momenten des Abends.

Mit seiner Komfortstimme ist Jeon, dem das Romantische einfach nahe liegt, derzeit in Wuppertal als Liebestrunkener in "My Fair Lady" zu hören. Der Geschäftsführer der dortigen Bühnen, Enno Schaarwächter, hatte die Schirmherrschaft dieses Treffens bedeutender Künstler übernommen und freute sich, Sopranistin Elena Fink einmal wiedererleben zu dürfen, die über dreizehn Jahre Glanzleistungen an seinem Hause gezeigt hat. Gerade erst wechselte sie in das adelnde Fach der dramatischen Koloratur und bei ihr wirkte selbst das schwer zu interpretierende, weil jedem so urvertraute "Es ist ein Ros entsprungen" eisfrisch.

Mit seinen Besten war Pianist Stephen Harrison von der Düsseldorfer Oper in die früh ausverkaufte evangelische Kirche an der Düsseler Dorfstraße gekommen. Durch ihr funkelndes Charisma verhalf Anke Krabbe oft gehörten Klassikern über Dornwälder und Glocken doch wieder zu wonniger Glut. Bloß ihr selbst fröstelte es im zugigen Absisrund. Da tat es gut, als Trompeter Flavius Petrescu für seine beiden Instrumente wie für Kollegin Krabbe Schals organisierte.

Dann begleitete er samtig Dmitry Lavrov bei dessen Träumereiern über eine weiße Weihnacht. Zum bunten internationalen Liederstrauß passte, dass Luiza Fatyol mal fein, mal frech aus ihrer rumänischen Heimat sang und sie als Beigabe ihr legendäres "Ave Maria" anstimmte.

Eine gestandene Schar wie der Frauenchor Erkrath erreichte zum Finale engelsphärische Spitzen. Später, bei der gemeinsamen Brotzeit in den nahen Kutscherstuben, lag das geschaffene Glück noch zum Greifen in der Wirtshausluft.

(lard)