Stadt Willich: Zukunftswerkstatt als Haushaltsstrategie

Stadt Willich : Zukunftswerkstatt als Haushaltsstrategie

Mit Ach und Krach ist es gelungen, den Haushalt 2013 in Willich auszugleichen. Damit sich die Finanzsituation langfristig stabilisiert, soll im nächsten Jahr zusätzlich ein Arbeitskreis tagen. Themen: Schulen, Bücherei, Demografie.

Es geht um Grundsatzarbeit, damit die städtischen Finanzen langfristig wieder auf soliden Füßen stehen: Der Willicher Rat hat im Rahmen seiner Haushaltsberatungen die Einrichtung einer "Zukunftswerkstatt" beschlossen — und folgte damit einem der Anträge der CDU zum Haushalt. Aber was steckt hinter dem Begriff? Schließlich hat es ja auch schon mal eine Finanzkommission aus Vertretern von Politik und Verwaltung gegeben und einige Politiker vermuteten, es handele sich um das gleiche Kind — nur mit einem anderen Namen.

Die Zukunftswerkstatt hat jedoch eine andere Ausrichtung, das betont der Willicher Kämmerer Willy Kerbusch: "Es geht um den wirtschaftlichen Erfolg und die Nachhaltigkeit des Haushaltes." Die Zukunftswerkstatt soll sich mit der "strategischen Ausrichtung der Stadt" befassen: "Wie sieht Willich im Jahr 2020 aus?" Bisher habe man sich nur mit Finanzen und Sparmaßnahmen beschäftigt, aber jetzt seien auch andere Fragen wichtig: Wie kann die Stadt aus dem Blickwinkel der demografischen Entwicklung geplant werden? Welche Infrastruktur muss sie haben und wie muss sich die bestehende ändern?

Kerbusch nennt ein Beispiel: "Wir kennen jetzt schon die Schülerzahlen von 2020. Wir haben nicht mehr mit großen Zuzügen zu rechnen. Das wird zuerst die Grundschulen betreffen, später dann die weiterführenden Schulen." Dazu werde es andere Anforderungen an die Seniorenbetreuung geben oder es müsse die Frage gestellt werden, welches Kulturangebot Willich für welches Publikum haben wolle. In diesem Kontext geht es Kerbusch auch um die Schlossfestspiele Neersen, aber auch hier nicht um schnelle Entscheidungen. Lösungsansätze können dagegen sein, Kindergärten multifunktional zu betrachten — denn bei städtischen Gebäuden rechnet man mit Kosten von 100 Euro pro Jahr pro Quadratmeter.

Es werde künftig vermehrt Entscheidungen geben, die ähnlich sind wie die Entscheidung, die frühere Alleeschule in Anrath zu verkaufen, meint der Kämmerer. "Eine Frage wird auch sein: Betreiben wir die Rathäuser in Schiefbahn und Willich weiter?"

Herausragende Themen der Zukunftswerkstatt werden Schulen, Bücherei und demografische Entwicklung sein, erwartet Kerbusch. Alle diese Fragen sollen eben kombiniert betrachtet werden — deshalb wird die Zukunftswerkstatt eben nicht vom Kämmerer geleitet, sondern von Bürgermeister Josef Heyes und "das ist auch gut so", betont Kerbusch. Die Verwaltung werde mitwirken, aber das Ganze wird ein Gemeinschaftsprojekt.

Nach der Weihnachtspause wird das Arbeitskonzept für die Zukunftswerkstatt entwickelt und dann werden darin auch die Themen aufgenommen, die die Politik bei der Abstimmung über die Anträge zum Haushalt 2013 verschoben hat.

FRAGE DES TAGES

(djm)