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Stadt Willich: Zeuge hält Opfer für glaubwürdig

Stadt Willich : Zeuge hält Opfer für glaubwürdig

Als Zeuge im Prozess gegen Pfarrer Georg K. wird auch der Diplom-Sozialpädagoge Johannes Heibel aus Siershahn im Westerwald aussagen. Heibel engagiert sich nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren mit der "Initiative gegen Gewalt" für die Verbesserung des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland.

Heibel wurde auf die Vorwürfe gegen den Willicher Pfarrer in Südafrika aufmerksam gemacht, woraufhin er zu der Überzeugung gelangt sei, dass es - wenn diese Vorwürfe stimmen - eine Vorgeschichte geben müsse. Also recherchierte Heibel an den ehemaligen Wirkungsstätten von Pfarrer K. Tatsächlich sei er dabei gleich auf mehrere betroffene Familien gestoßen. Auch mit den beiden Jungen, um deren Tatvorwürfe es jetzt in dem Verfahren geht, habe er gesprochen. "Sie kommen mir glaubwürdig vor", sagte Heibel am Rande des Prozesses.

Nicht hinterm Berg hielt Heibel mit seiner Kritik an den deutschen Ermittlungsbehörden: Er habe seine Ermittlungsergebnisse an die Staatsanwaltschaft gegeben. "Erst durch meine Recherchen ist der Sache nachgegangen worden, das ist schon traurig. Dabei hätten die Ermittlungsbehörden viel mehr Möglichkeiten gehabt. Sie können doch nicht erst mit den Ermittlungen anfangen, wenn sie etwas auf dem Silbertablett serviert bekommen", so Heibel.

Dass sich Opfer erst so viele Jahre nach den Taten melden, sei nichts Ungewöhnliches. "Sie schämen sich oft. Und oft ist es die Strategie des Täters, sie mit in die Verantwortung zu nehmen, sodass bei den Opfern Schuldgefühle entstehen." Zudem verhielten sich die Täter oft kumpelhaft den Kindern und Jugendlichen gegenüber - "und einen Kumpel zeigt man doch nicht an". Ein Pfarrer mit der Institution Kirche im Rücken nehme Opfern zusätzlich den Atem.

(msc)