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Stadt Willich: Wunschperlen am Schloss Neersen

Stadt Willich : Wunschperlen am Schloss Neersen

Ausgefallenes Kunsthandwandwerk, begleitet von Jazztönen, begeisterte die Besucher vor der Kulisse des Neersener Schlosses. Die Neersener Kaufmannschaft hatte zu "Jazz und Handwerk" eingeladen.

Das leise Zischen des Gasbrenners gehört zum Stand von Sinah Well unabdingbar dazu. Die Dortmunderin hält einen bunten Glasstab in die 1300 Grad heiße Flamme. Kaum fängt das Glas an zu schmelzen, dreht sie die Masse um einen Metallstab. "Daher heißen die Perlen, die dabei entstehen, auch Wickelperlen", erklärt Well den Zuschauern, die sich an ihrem Stand eingefunden haben. Wie die Glasperlen fertig aussehen und zu welchen unterschiedlichen Schmuckstücken die Künstlerin die handgefertigten Unikate verarbeitet, können die Besucher anhand der Ohrringe, Ketten, Ringe und Armbänder direkt sehen. Aber nicht nur hier gibt es Unikate, die Augen leuchten lassen. Was aus Glasfasermatten, Harzen und Glasfarben entstehen kann, zeigt Catherine Bernaisch. An ihrem Stand flackern Kerzen in bunten Schalen und leuchten Lichterketten in farbenfrohen Hüllen, die aus dem Materialmix entstanden sind. "Die Glasfasermatten zerreiße ich in ganz kleine Stücke, die danach mit Harz getränkt werden. Das Ganze wird flexibel mit Glasfarben eingefärbt und teilweise mit weiteren Veredlungstechniken wie Schlagmetallen bearbeitet", beschreibt Bernaisch die Arbeitstechnik.

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Ein ganz anderes Material fasziniert bei Thorsten Klein. Der Meerbuscher zaubert mit Holz. Da gibt es das Butterbrotbrettchen, in das ein Messer direkt eingearbeitet ist, ungewöhnliche Salatbestecke, Holzlöffel und kunstvolle Halterungen für alte Scheren. Bei den kleinen Schaufeln und den Äxten trifft zudem Eisenmaterial auf individuelle Holzgriffe. "Alles hat damit angefangen, dass ich vor rund acht Jahren einen neuen Stiel für meine Schüppe brauchte", berichtet seine Frau Marion Geister. Wer das Unikat von diesem Stiel sah, war begeistert und wollte auch so etwas haben. "Da ich schon immer gerne mit Holz gearbeitet und ein Faible für alte Dinge habe, habe ich die Arbeiten ausgeweitet", sagt Klein.

 Verschiedene Bands erfreuten die Besucher mit Jazz.
Verschiedene Bands erfreuten die Besucher mit Jazz. Foto: Prümen Norbert

Rund um das Schloss Neersen ist das Kunsthandwerk eingezogen. Zum nunmehr 27. Mal hat die Neersener Kaufmannschaft zu "Jazz und Handwerk" eingeladen. In Neersen können nämlich nicht nur die unterschiedlichsten handgefertigten Produkte bestaunt werden, es gibt luftig-leichte Jazzklänge verschiedener Musikformationen dazu. Wobei die Bühne vor dem Vorwerk steht, eingerahmt von einer gastronomischen Meile. Der Duft von Flammkuchen, serviert auf urigen Holzbrettchen, vermischt sich mit dem von Crêpes, Popcorn und Pommes. Vor dem kleinen roten Food-Truck sitzt es sich gemütlich an Holztischen mit nostalgischen Stühlen, während der Getränkepavillon mitten vor dem Schloss allzeit dicht umlagert ist.

"Ein Besuch hier lohnt sich immer. Es gibt so viele schöne ausgefallene Dinge", lobt Besucherin Margret Reiners. Lob gibt es auch von Ausstellerin Gab Meißner aus der Eifel. "Es ist ein wirklich schöner Platz und es sind gute Stände, die anzutreffen sind", sagt Meißner, die selber mit ausgefallenen Gürtelschnallen, darunter auch Modellen aus Holz, und pflanzengegerbten Lederartikeln angereist ist. Selbst für warme Füße ist auf dem Event gesorgt. Barbara Reiners hat handgestrickte Filzpantoffeln im Gepäck. Sie gibt es als Kühe, Marienkäfer, Katzen, Frösche, Rennautos und Erdbeeren. "Filz ist temperaturausgleichend und daher auch für den Sommer geeignet", informiert die Anratherin. Dass man aus Papier ausgefallenen farbenfrohen Schmuck machen kann, demonstriert Katrin Enstrup. Aus handgeschöpftem Papier stellt sie federleichten Schmuck her. "Er kann auch bei Regen getragen werden. Er ist versiegelt und weicht nicht auf", versichert sie den Besuchern.

Es geht entspannt zu bei "Jazz und Handwerk". Auf dem Rundgang ums Schloss bummeln die Besucher gemütlich entlang der Stände, um danach noch im Schlosskeller zu verschwinden, wo weitere Kunsthandwerker ihre Produkte vorstellen.

(tref)