Stadt Willich: Wohnhaus ist nach Hofbrand noch nicht wieder bewohnbar

Stadt Willich : Wohnhaus ist nach Hofbrand noch nicht wieder bewohnbar

Einer Bewohnerin, dem Zeitungsboten und dem Fahrer eines Streuwagens ist es zu verdanken, dass der Großbrand auf dem Stennes-Hof an der Dickerheide in der Nacht zu Mittwoch noch relativ glimpflich verlief - Menschen oder Tiere kamen nicht zu Schaden. Die drei Personen meldeten unabhängig voneinander den Brand. Nicht zu vergessen die Einsatzkräfte verschiedener Löschzüge, die vor allem ein Ausweiten der Flammen auf das hinten im Vierkanthof liegende Wohnhaus verhinderten.

Dort lebt Eigentümer Bernd Stennes (42) mit seiner vierköpfigen Familie, außerdem in einem Altenteil seine Eltern. Sie konnten sich frühzeitig in Sicherheit bringen, fanden zunächst Aufnahme bei Nachbarn. Die sechs Personen werden wohl erst in den nächsten Tagen in das Wohnhaus zurückkehren können. Der immense Rauch, der für die entsprechenden Geruchsbelästigungen sorgte, muss erst einmal mit großen Lüftern herrausgeblasen werden.

"Meine Familie bedankt sich bei den vielen Helfern von Feuerwehr und DRK, bei Freunden, Bekannten und Verwandten, die uns in den Stunden der Not tatkräftig unterstützt haben", sagt Bernd Stennes. Er und seine Eltern sind inzwischen bei Verwandten in Willich untergekommen. Auch die etwa 20 Pferde, die dort in den niedergebrannten Stallungen untergebracht waren, wurden rechtzeitig gerettet und zu Höfen in der Nachbarschaft gebracht. Die Höhe des Schadens wird derzeit von der Versicherung ermittelt.

Willichs Feuerwehrchef und Einsatzleiter Thomas Metzer war während des fast 16-stündigen Einsatzes im Einsatz, viele seiner Kameraden ebenfalls. Insgesamt dürften es annähernd 80 ehrenamtliche Helfer von Feuerwehr und DRK gewesen sein. Das DRK kümmerte sich unter anderem um die Verpflegung der Feuerwehrleute und hatte dort auch zwei Krankenwagen für den Notfall stationiert.

"Der Einsatz war für die Rettungskräfte bei Wind, Eisregen und Kälte brutal", zieht Lars Greiner, Pressesprecher des Löschzuges Willich, ein Fazit. Die Alarmierung hatte in der Nacht zu Mittwoch um 3.48 Uhr begonnen und war erst nach 15 Stunden und 42 Minuten gegen 19.30 Uhr beendet. Dabei habe man, so Greiner, noch Glück im Unglück gehabt: "Es stand auf der Kippe - wenn es in der Nacht noch etwas kälter gewesen wäre, hätten wir gegen Glatteis und möglicherweise einfrierendes Löschwasser kämpfen müssen." Und wäre der Wind noch stärker gewesen, hätten Funken auf das Wohnhaus überspringen können.

"Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat haben sich nicht ergeben", sagt Antje Heymanns, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde. Als das Feuer ausbrach, lag ein Gewitter über Willich. Die Brandermittler der Kripo gehen davon aus, dass das Feuer höchstwahrscheinlich durch einen Blitzschlag entstanden ist.

(wsc)
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