Stadt Willich: Wirtschaftswege waren Thema beim Runden Tisch Landwirtschaft

Stadt Willich: Wirtschaftswege waren Thema beim Runden Tisch Landwirtschaft

Zum "Runden Tisch Landwirtschaft" hatte jetzt Willichs Bürgermeister Josef Heyes in sein Büro eingeladen. Eines der wesentlichen Themen dabei: die Wirtschaftswege.

Andreas Hans als Leiter des Geschäftsbereichs Landschaft und Straßen brachte ein, dass nicht nur, aber auch in Willich (nach entsprechenden deutlichen zum Jahr 2018 eine Satzung auf den Weg gebracht werde, nach der investive Maßnahmen in Sachen Wirtschaftswege abrechnungspflichtig werden - was dann auch anteilig Kosten für die Anlieger der betreffenden Grundstücke mit sich bringe.

Hier schwant den Landwirten Böses, die sich einig waren, sich rechtzeitig vor den entsprechenden politischen Beschlüssen im Herbst auf kommunaler Ebene in die Verhandlungen einbringen zu wollen.

Allgemein wurde zum Thema Wirtschaftswege festgehalten, dass man von der Stadt als Ordnungsbehörde mehr Unterstützung erwarte, wenn von privaten Grundstücken wuchernde Gewächse in die Wirtschaftswege ragen: Hier zeigten Anlieger bisweilen wenig bis gar kein Verständnis, dass es angesichts "zugewachsener Wege" und breiter landwirtschaftlicher Maschinen zu gefährlichen Situationen (zum Beispiel im Begegnungsverkehr mit Radlern) kommen könne und deswegen ein Rückschnitt dringend nötig sei. Heyes bat die Landwirte in derartigen Fällen um möglichst konkrete und kurzfristige Informationen, um tätig werden zu können.

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Deutlich wurde bei allen Themen, dass die Kontrollen der Landwirtschaft in nahezu allen Bereich greifen: Die Ausbringung beispielsweise von Gülle, Phosphor, Stickstoff, Humus und anderem Dünger, aber auch das Recycling von Folien, Kanistern oder Pflanzenschutzmittelresten werde wirklich laufend dokumentiert und kontrolliert. Schon aus Kostengründen sei die Mär vom Landwirt, der rücksichtslos Mengen aufbringe, wie er wolle, einfach Unsinn, so Kreisbauernvorsitzender Christian Küskens: Die Qualitätsanforderungen des Handels an das fertige Produkt machten das Düngen fraglos erforderlich, Wetterereignisse wie den Dünger auswaschender Sturzregen im letzten Frühsommer mache das perspektivisch richtige Dosieren schwer - aber inzwischen sehe man sich, so war unisono zu hören, in Folge der ständigen Kontrollen und Dokumentationen auch des Bodens in verschiedenen Schichten eher als "gläserner Landwirt".

Kritisch sehen die hiesigen Landwirte die Aktivitäten des Wasser- und Bodenverbands der Mittleren Niers in Sachen Pflege der Uferrandstreifen, speziell nach der breitere Arbeitsstreifen ermöglichenden Neufassung des Landeswassergesetzes: "Wie die Axt im Walde" werde da teilweise mit großen Maschinen und recht rücksichtlos gearbeitet, was auch der Natur nachhaltig schade. Hier will man kurzfristig mit dem Verband das klärende Gespräch suchen.

Wenig Freude haben die Landwirte offensichtlich auch an der derzeit in Verhandlungen stehenden Entschädigungsregelung in Sachen bundesweite Ferngasleitung: Hier würden die Landwirte, deren Grund genutzt wird, mit einem "einmaligen Trinkgeld abgespeist", während sich "die Trassenbetreiber über Jahrzehnte eine goldene Nase" verdienen würden, so Ortsbauernvorsitzender Peter Friesen aus Willich. Der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer zeigte Verständnis, forderte die betroffenen Landwirte auf, sich in die Verhandlungen in Sachen Rahmenvertrag mit den Betreibern einzubringen.

(msc)
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