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Willicher Verein „Matchbox“ hilft Kindern in Elendsvierteln

Kinder in Afrika leiden unter Corona-Folgen : Willicher Verein „Matchbox“ hilft Kindern in Elendsvierteln

Seit Ende März herrscht in Südafrika zum Schutz vor Corona-Infektionen eine strikte Ausgangssperre. Das trifft vor allem Kinder hart, denen so der Zugang zu Bildung verwährt bleibt. Der Willicher Verein „Matchbox“ will helfen.

In den Randgebieten der Städte im südlichen Afrika, den Townships, lebt der sozial schwache Teil der Gesellschaft in meist notdürftig gebauten Siedlungen aus Wellblechhütten und Kartons. Im Spannungsfeld zwischen großer Arbeitslosigkeit und geringer Bildung herrschen Perspektivlosigkeit, Frustration und Zukunftsangst, die oft in Gewalt umschlagen. „Besonders die Kinder leiden unter der bedrückenden Atmosphäre. Mangels guter Vorbilder und einem positiven Umfeld können sie dem ,Kreislauf der Armut’ kaum entkommen“, sagt Verena Grips vom Willicher Verein „Matchbox“.

Vereinzelt gibt es in den Townships engagierte Frauen, die den Kindern helfen wollen. Sie versuchen, kleine informelle Kitas in ihren Hütten einzurichten, in denen die Kinder der Gewalt entfliehen können. Seit 2010 unterstützt „Matchbox“ Kinder durch enge Partnerschaften zu einigen dieser Kitas im Township Mfuleni in Kapstadt. Der Verein bringt neben pädagogischer Förderung, medizinischer und psychologischer Begleitung auch räumliche Verbesserungen ein. Dazu werden Schiffscontainer eingesetzt, die gut ausgestattete Küchen und WCs bieten oder den Kindern als Spielräume dienen.

Doch seit Ende März herrscht in Südafrika zum Schutz vor Corona-Infektionen eine strikte Ausgangssperre. Kitas und Schulen sind geschlossen, und die Familien in den Townships müssen sich in kleinsten Wohneinheiten isolieren, während Einkünfte ausbleiben und eine Grundversorgung nicht möglich ist. „Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen sind fatal“, sagt Grips. Es drohten Hungersnot und eine Eskalation der angespannten Lage.

Zweiwöchentlich verteilt das Matchbox-Team Nahrungspakete mit Reis, Mehl, Bohnen, Dosenfrüchten und einem Stück Seife. Doch weit über die Versorgung der Kitas hinaus sollen bis zum Jahresende mindestens drei Millionen Mahlzeiten an bedürftige Kinder in Kapstadts Randgebieten ausgeteilt werden, in denen die Lage besonders bedrohlich ist. Um dies erreichen zu können, hat der Verein Matchbox mit weiteren befreundeten internationalen Vereinen die Spendenplattform „Together for Cape Town“ gegründet. Informationen gibt es im Internet unter www.matchbox-africa.com und www.togetherforcapetown.com.

(msc)