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Willicher Straße in Schiefbahn: Anwohner machen eigenen Vorschlag zum Ausbau

Schiefbahn : Anwohner-Ideen zum Straßenausbau

Die Anliegerbeiträge für den Aus- und Neubau der Willicher Straße drohen zu explodieren. Nun haben Anwohner einen eigenen Vorschlag gemacht, wie man Kosten sparen könnte.

Die zu erwartende Kostenexplosion für den Ausbau der Willicher Straße entlang des Neubeugebietes „Schiefbahner Dreieck“ (vom Rubensweg bis zur Korschenbroicher Straße) sorgt weiter für Diskussionen. Jetzt haben die Anwohner, die sich an den Kosten beteiligen müssen, einen eigenen Vorschlag gemacht, wie man die Straße gestalten und Kosten sparen könnte. Dazu haben sie nun einen Bürgerantrag gestellt, der allerdings noch nicht in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses behandelt werden konnte, da er erst wenige Tage vorher eingegangen war. Daher wurde eine Entscheidung erneut verschoben. „Wir sollten erneut das Gespräch mit den Anwohnern suchen und die vielen Mosaiksteine zusammenfügen“, sagte der Ausschussvorsitzende Christian Pakusch.

Denn auch die Stadtverwaltung hatte auf Bitten der Politik Änderungen erarbeitet – die Einsparpotenziale (beispielsweise durch die Verwendung günstigerer Straßenlaternen) seien allerdings gering und könnten sich zusätzlich durch weitere Planungskosten relativieren. Einige andere Vorschläge, die Bürger bei einer Infoveranstaltung im Juli gemacht hatten, ließen sich dagegen aus unterschiedlichen Gründen nicht umsetzen, so die Verwaltung. „Ich bin erschrocken, dass wir nur hören, was nicht geht. Ich vermisse eine Entschuldigung der Verwaltung. Das würde von Respekt und Format zeugen“, sagte Karl-Heinz Koch (FDP). Denn ursprünglich war einmal von 6 Euro Kostenbeteiligung der Anlieger pro Quadratmeter Grunstücksfläche die Rede, inzwischen ist der Betrag auf 24 Euro gestiegen. Die Gesamtkosten für rund 300 Meter Straße stiegen von 834.000 auf voraussichtlich 1,4 Millionen Euro. „Es war ein großer Fehler, damals die Zahl 6 Euro zu nennen“, sagte Pakusch.

Mit konkreten Zahlen, welche Einsparungen Änderungen der Planung bringen würden, hielt sich die Verwaltung denn auch diesmal zurück. Dafür müsse man tiefer in die Planungen einsteigen, was auch wieder Kosten verursache. Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) und Christian Winterbach (Grüne) baten jedoch eindringlich um konkretere Zahlen, um eine Diskussionsgrundlage zu haben.

Womöglich wird am Ende aber nichts anderes übrig bleiben, als den Bebauungsplan noch mal zu ändern. Denn der bisherige – von der Politik übrigens beschlossene – Plan sieht eine Gesamtbreite der Straße (inklusive Bürgersteigen, Radwegen, Parkstreifen und Fahrbahn) von stattlichen 18 Metern vor (bisher sind es insgesamt 7,4 Meter). Und die müssen halt irgendwie bebaut werden, was unweigerlich Kosten verursacht. Würde man die Breite im Bebauungsplan ändern, könnte die Maßnahme günstiger werden. Allerdings: Unter dem Teil der Straße, der derzeit als Baustraße für das Neubaugebiet dient und der parallel zur Willicher Straße verläuft und später in der 18-Meter-Variante enthalten sein soll, wurden bereits Kanäle und Leitungen verlegt. Ihren Antrag, den Bebauungsplan zu ändern, zog die FDP noch einmal zurück, um abzuwarten, wie die Verwaltung den Vorschlag der Anwohner bewertet.

Zu erwarten ist allerdings, dass sich dieser Vorschlag nicht wird umsetzen lassen. Denn die Grünen hatten bereits einen ähnlichen Vorschlag eingebracht, und dieser stieß bei der Verwaltung auch nicht auf Gegenliebe. Kern beider Vorschläge ist es, den bisherigen Bürgersteig vor den „alten“ Häusern an der Willicher Straße zu erhalten, da er sich in einem guten Zustand befinde und auch die Fahrbahn weiter zu nutzen und an einigen Stellen zu reparieren. „Der Neu- beziehungsweise Ausbau soll auf die übrige Fläche reduziert werden. Dadurch ließen sich wesentliche Investitionskosten zugunsten aller Steuerzahler der Stadt Willich und auch zugunsten der Anlieger einsparen“, so die Interessengemeinschaft Schiefbahner Dreieck in ihrem Antrag. Neu zu bauen wären nach Ansicht der Anwohner dann noch ein 2,25 Meter breiter Parkstreifen, ein drei Meter breiter Radweg für beide Richtungen, ein 3,75 Meter breiter Grünstreifen und ein anderthalb Meter breiter Bürgersteig.

Allerdings ließ die Verwaltung jetzt schon durchblicken, dass der Straßenoberbau komplett erneuert werden müsse, da er nicht mehr den heutigen Vorschriften entspreche. Zudem sei die Fahrbahn zu eng. Und auch ein breiterer Grünstreifen lässt sich wohl nicht ohne Weiteres realisieren, weil unter dem dafür von den Bürgern vorgesehenen Bereich Kanäle und Leitungen liegen.

Jetzt müsse man „gemeinsam mit den Anwohnern schauen, wie wir aus der verfahrenen Situation rauskommen, statt mit der Misere rumzueiern“, sagte Koch. Er hätte jedenfalls Verständnis dafür, wenn die Bürger klagen würden, sollten die Anliegerbeiträge tatsächlich so hoch ausfallen wie befürchtet.