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Willicher Landwirte fahren zum Protest nach Koblenz

Treffen der EU-Agrarminister : Willicher Landwirte fuhren zum Protest nach Koblenz

Beim Treffen der EU-Agrarminister protestierten auch Bauern aus dem Kreis Viersen gegen immer strengere Auflagen. Landwirt Gregor Optendrenk hatte die Demonstrationsfahrt organisiert.

„Wir haben das Gefühl, wir werden nicht gehört.“ In diesem einen Satz fasst der Willicher Ortslandwirt Helmut Oellers die aktuelle Demonstrationsfahrt mit Traktoren nach Koblenz zum Treffen der EU-Agrarminister zusammen. Zum wiederholten Male versuchten die Landwirte, auf die Probleme hinzuweisen, die die Farm-to-Fork-Strategie mit sich bringt. Die Strategie sieht unter anderem vor, den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zu verringern.

Die umfassenden Einschränkungen der landwirtschaftlichen Praxis auf dem Feld und im Stall gefährdeten die heimische Landwirtschaft massiv, so Oellers. „Es kann nicht angehen, dass uns unter dem Stichwort Umweltschutz die Arbeitsgrundlage Stück für Stück entzogen wird und gleichzeitig landwirtschaftliche Produkte importiert werden, die in Ländern ohne entsprechende Auflagen produziert werden“, schließt sich Landwirt Gregor Optendrenk an, der die Demonstrationsfahrten federführend organisiert.

Durch eine Verlagerung der Erzeugung in Länder mit niedrigeren Standards werde der erwartete ökologische Nutzen des Green Deals ins Gegenteil verkehrt. Das zeigte sich bereits beim Thema Mercosur – ein Abkommen, das die heimische Rindermast gefährde und im gleichen Atemzug das Abbrennen des Regenwaldes fördere, passe nicht zu einer nachhaltigen Farm-to-Fork Strategie, finden die Landwirte. Doch die Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes um 50 Prozent und die Verringerung der Düngung um 20 Prozent seien ein weiterer Schritt auf diesem unlogischen Weg. „Der Handel fordert makellose Qualitätsware, sonst wird sie nicht genommen. Mit den neuen Verordnungen können wir weder die Qualität noch die Menge halten“, sagt Oellers. Zumal der Klimawandel für weitere Probleme sorge. Unter anderem verhindern die milden Winter ein Absterben von Schädlingen, die entsprechend in größeren Mengen auftauchen und Ernten gefährden. Auf der anderen Seite fragen sich die Landwirte, ob es gewollt ist, dass mit den neuen Auflagen der Gentechnik Einzug gewährt wird. „Gentechnisch veränderte Lebensmittel möchte auch keiner. Egal, wie es kommt, wir sind immer diejenigen, die verantwortlich gemacht werden. Dabei wollen wir nur eins, und zwar die Menschen mit gesunder und ausreichender Nahrung, die vor Ort produziert wird, versorgen“, betont Optendrenk.