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Willich: Wie sich die FDP unter Hannes Zühlsdorff verändert

Generationenwechsel und Neuausrichtung : Wie sich die Willicher FDP verändert

Seit August 2021 steht der 24-jährige Hannes Zühlsdorff an der Spitze der FDP Willich. Beim Parteitag wurde er für zwei Jahre im Amt bestätigt. Was er anders machen möchte.

Vor sechs Monaten wählten die Willicher Liberalen auf einem außerordentlichen Parteitag mit Hannes Zühlsdorff einen neuen Vorsitzenden, nachdem sich Christoph Maethner aus gesundheitlichen Gründen von der Parteispitze zurückgezogen hatte. Ein Generationenwechsel war eingeleitet. Der 24-jährige Zühlsdorff, der erst 2020 dem Ortsverband beitrat, als er von Meerbuch nach Willich zog, versprach damals in seiner Antrittsrede, dass er die Partei jünger sowie dynamischer aufstellen wolle.

Seitdem hat  er versucht, die Partei politisch und organisatorisch zu verändern. Auf dem gestrigen ordentlichen Wahlparteitag der Willicher FDP, zu dem 22 Mitglieder erschienen waren, skizzierte der im Amt offiziell bestätigte Zühlsdorff die aktuelle Arbeit.

Es seien bürgerorientierte Projekte in Form von Arbeitskreisen angestoßen worden, die politische und gesellschaftliche Zukunftsthemen erarbeiten sollen. Der Lehramtsstudent bezeichnet diese Gruppen als kleine „Think Tanks für Willich“ und betont im Gespräch mit unserer Redaktion, dass ihm vor allem die Bildung am Herzen liege. Er sagt: „Die sozialste Politik, die man machen kann, ist es, Bildungsgerechtigkeit zwischen Arm und Reich herzustellen“, und das fange in ländlichen Regionen schon bei der ÖPNV-Anbindung an. Töne, die man den von den Liberalen eher nicht gewohnt ist.

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Auf dem Parteitag formulierte Zühlsdorff forsch: „Die Menschen in Willich können sich auf uns verlassen und die politischen Mitbewerber fest mit uns rechnen. Die FDP-Willich ist zurück, wird bleiben und zu einem stärkeren politischen Faktor werden, denn eines ist klar: Wir werden gebraucht.“

Auch der Bezirksvorsitzende der FDP-Niederrhein und Landtagskandidat Dietmar Brockes war zu Gast und sagte über die bevorstehende Landtagswahl: „Schwarz-Gelb funktioniert, aber wir werden dennoch als eigenständige Kraft mit eigenem Profil in die kommende Landtagswahl gehen. Die Bundestagswahl hat gezeigt, dass das der richtige Weg für uns ist.“

Im Zentrum des Parteitages standen die Vorstandswahlen, aber auch die Ernennung von Ulrich Mischke zum Ehrenvorsitzenden. Lange war dieser in führenden Positionen im Kreis, im Bezirk und auf Stadtebene aktiv und hat sich erfolgreich für die Einführung der Schlossfestspiele, die Verhinderung des Flughafens Mönchengladbach und den Bau des Lindenhofes engagiert, hieß es in der Laudatio.

Neben Zühlsdorff wurden in den Vorstand gewählt: Seine Stellvertreter Hans-Joachim Donath (Willich), Franz-Josef Stapel (Schiefbahn), Mirko Loos (Anrath), Ellen Roidl-Hock (Neersen). Neu dabei: Kristin Schiffer (Schriftführerin) und Simone Greifeld (Schatzmeisterin). Zum neuen Geschäftsführer wählte die Partei den 18-jährigen Julian Greifeld, der bisher Vorsitzender der Jungen Liberalen in Willich war. Als Beisitzer wurden gewählt: Fabian Wawerda, Anna Haissig, Björn Falk, Julia Jespers, Ralf Klein.

Am Ende wurden für langjährige Mitgliedschaft geehrt: Franz Weber (60 Jahre), Ulrich Mischke (50 Jahre), Hans-Joachim Donath (40 Jahre), Erika Kirsebauer, Alfred Bültermann, Josef Deselaers (alle 25 Jahre).

(jbu)