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Willich: Wie der Abellio-Ausstieg den Zugverkehr in Anrath beeinträchtigt

RB 35 bis Ende Februar ersatzlos gestrichen : Wie der Abellio-Ausstieg den Zugverkehr in Anrath beeinträchtigt

Seit Mitte Januar ist nach dem Abellio-Rückzug ein Übergangsfahrplan aktiv. Mit Folgen für Pendler aus Willich: Die RB 35 ist bis Ende Februar ersatzlos gestrichen. Wie es weitergeht und welche Alternativen sich aktuell bieten.

(jbu) Seit etwas mehr als einer Woche ist er nun schon aktiv: Der Übergangsfahrplan des Verkehrsbunds Rhein-Ruhr (VRR). Grund für diesen ist die Insolvenz des Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio, das bisher im VRR zahlreiche Regionalzüge betrieben hat.

Auch Pendler und Reisende aus Willich sind vom Austieg Abellios betroffen: Das Unternehmen zeigte sich für den Betrieb der Regionalbahn 35 verantwortlich, die stündlich zwischen Mönchengladbach und Gelsenkirchen verkehrte und im Wechsel mit der Regionalbahn 33 dafür sorgte, dass Willicher über den Bahnhof Anrath verhältnismäßig gut an die Großstädte der Region angebunden waren.

Seit vergangenem Montag fährt die RB 35 nun nicht mehr. Mindestens noch bis Ende Februar. Einen Schienenersatzverkehr gibt es nicht. Nur noch einmal stündlich hält die RB 33 in Richtung Aachen und in Richtung Essen noch hier. Wer nach Düsseldorf möchte, muss also nicht nur in Mönchengladbach umsteigen und benötigt etwa 60 Minuten Fahrzeit, sondern seine Reise auch gut planen. Eine Alternative ist, Richtung Essen zu fahren, und in Krefeld in die U-Bahn umzusteigen. Auch das dauert rund eine Stunde.

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Anfang dieser Woche gab der VRR bekannt, dass Inhaber teurerer Monatstickets wie Ticket 2000 bis Ende Februar auch in ausgewählten Fernverkehrszügen mitfahren dürfen, ausgenommen seien Studierende, Auszubildenden und Schwerbehinderte. Die Zusatzleistung soll helfen, den Übergang bis zur Übernahme neuer Betreiber abzufedern.

Guido Görtz, der nicht nur Vorsitzender der CDU in Willich ist, sondern auch Mitglied des CDU-Fraktionsvorstands im VRR ist, sah darin eine Ungleichbehandlung gegenüber jungen Menschen: „Die CDU-Fraktion im VRR begrüßt die Möglichkeit, den Fernverkehr für den Nahverkehr während des Übergangsfahrplans zu nutzen. Unangenehm überrascht sind wir, dass das Angebot nicht für alle Inhaber von Dauerfahrscheinen gelten soll. Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass gerade junge Menschen, die über ein Studententicket oder ein Azubiticket verfügen, von dem Angebot ausgenommen sind. Gerade diese wollen wir doch für ihre berufliche Zukunft für die Nutzung von Bus und Bahn gewinnen“, sagte Görtz. Zudem würden Schwerbehinderte, die auf gesellschaftliche Solidarität besonders angewiesen seien, im Stich gelassen. Die CDU habe sich umgehend an den Vorstand des VRR gewandt. Der erhörte die Klagen der CDU in Teilen und weitete das Angebot der Mitfahrt in Fernverkehrszügen nun auch auf Schüler, Studenten und Auszubildende mit Monatsticket aus.

Doch im Grunde geht es in all der Aufregung nur um täglich knapp 20 Intercity-Verbindungen zwischen Düsseldorf und Dortmund, die freigegeben wurden. In anderen IC- oder ICE-Zügen dürfen Nahverkehr-Abonnenten nicht kostenfrei mitfahren. Und somit ergeben sich auch keine zusätzlichen Verbindungen für Pendler aus Willich, auch wenn die CDU beantragt habe, auch das Zugangebot zu erhöhen, so Görtz. Übernehmen soll das Niederrheinnetz und damit auch die RB 35 künftig Vias Rail. Doch das brauche eine gewisse Zeit der Umstellung. Zwar werde das Personal von Abellio übernommen, aber auch dieses müsse eingearbeitet werden, heißt es vom Unternehmen.

Pendlern nach Düsseldorf bleibt als dritte Option, auf den Bus umzusteigen. In den frühen Morgenstunden und am Nachmittag verkehrt der Schnellbus SB 82 zwischen Anrath und Meerbusch mit Anschluss zur U-Bahn. Auch hier dauert die Fahrt eine Stunde. Das soll sich mit der Erweiterung der S 28 nach Mönchengladbach über Schiefbahn, Neersen und Viersen ändern.