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Willich: Viele Emotionen beim Jubiläumskonzert der Tonköpfe

Auftritt in Willich nach eineinhalb Jahren Pause : Viele Emotionen beim Jubiläumskonzert der Tonköpfe

Das Jubiläumskonzert der Tonköpfe war eine sehr emotionale Veranstaltung heraus: Seit gut anderthalb Jahren war es der erste Live-Auftritt vor Publikum.

Am Ende war die Chorleiterin sprachlos. Und das will bei Andrea Kautny etwas heißen, die das Konzert locker und liebevoll moderierte. Ihre Tonköpfe sangen eine Zugabe, auf die sie nicht gefasst gewesen zu sein schien. Die Sänger hatten Andreas Bouranis „Ein Hoch auf uns“ auf ihre Dirigentin und sich selbst umgeschrieben und ehrten Kautny damit auf sehr besondere Weise. Blumen, Geschenke, viele Dankesworte – das Jubiläumskonzert der Tonköpfe stellte sich als eine sehr emotionale Veranstaltung heraus. Kein Wunder, stand der 35-köpfige Chor doch zum ersten Mal seit Frühjahr 2020 wieder gemeinsam auf einer Bühne und sang vor „echtem“ Publikum, das ihm auch immer wieder seine Begeisterung zeigte.

Und so bekamen viele Songs eine tiefere Bedeutung – sie wurden zu Symbolliedern für die schwere Zeit der Pandemie. Die Zeile „Wann reißt der Himmel auf? Auch für mich, auch für mich“ aus Silbermonds „Himmel auf“ ließ sich auf die schwierigen Monate beziehen, die hinter, aber auch noch immer vor uns liegen. „Happy together“ sei das „Lied der Saison“, so Kautny, vor allem mit der Zeile „Imagine how the world could be, so very fine“.

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Für zumindest einen Abend war die Welt schön. Musikalisch ein Vergnügen, aber auch optisch. Die Zeiten, in denen ein Chor nach Stimmen sortiert auf der Bühne steht, sich wiegt, klatscht und schnippt, sind vorbei. Der Chor ist beweglich, inszeniert seine Songs mimisch und gestisch. Und setzt witzige Accessoires ein: Im Weihnachtsblock wippen die Nikolausmützen und leuchten die umgehängten Lichterketten, im bayerischen Lied sind es Zipfelmützen, und „Im Wagen vor mir“ formieren sich Männer und Frauen zu imaginierten Autos.

Ein besonderes Bonbon des Abends war der Auftritt der Harfinistin Ute Deilmann. Sie stimmte mit ihrem ungewöhnlichen Instrument in den Abend ein, hatte Auftritte zwischendurch und bewies die Vielfältigkeit der Harfe, die Pop ebenso kann wie Klassik. Ein rundum gelungenes Konzert.