Willich: Unbekannter zündet offenbar Kaninchen an

Fund in Willich: Unbekannter zündet offenbar Kaninchen an

Eine Mitarbeiterin des Vereins "Tierschutz für Willich" hat auf dem Rewe-Parkplatz in Willich ein totes Kaninchen gefunden. Die Tat erinnert an die Igelmorde, die die Polizei seit fünf Jahren beschäftigen.

Hat der Willicher "Igelmörder" wieder zugeschlagen? Die Tat legt die Vermutung nahe, doch diesmal ist es ein Kaninchen, das mit schweren Verbrennungen tot aufgefunden wurde: Eine Mitarbeiterin des Vereins "Tierschutz für Willich" fand das Tier am Samstagabend gegen 18.45 Uhr mitten auf dem Rewe-Parkplatz an der Brauereistraße. "Es muss kurz vorher dort abgelegt worden sein, denn als die Mitarbeiterin eine halbe Stunde vorher zum Einkaufen ging, lag es noch nicht da", sagt die Zweite Vorsitzende Manuela Mihalic im Gespräch mit unserer Redaktion.

Das weiße Hauskaninchen hat Brandwunden an der Pfote und vor allem am Bauch, die auch von einem Böller stammen könnten, vermutet Mihalic. Dafür, dass der Igelmörder der Täter ist, spreche zum einen, dass die Ferien gerade begonnen haben. Denn in der Vergangenheit waren in Willich viele verbrannte Igel ebenfalls in den Schulferien gefunden worden. Dass diesmal ein Kaninchen und kein Igel angezündet wurde, liege vermutlich daran, dass die Igel derzeit noch Winterschlafen halten, so Mihalic.

Auch die Polizei prüft eine mögliche Verbindung zu den Igeltötungen, bezeichnet diese aber noch als Spekulation — auch wenn der Tathergang und der Auffindeort durchaus dafür sprächen, so Polizeisprecherin Antje Heymanns. Das tote Tier werde derzeit so aufbewahrt, dass eine Obduktion vorgenommen werden könne, um herauszufinden, ob das Tier schon tot war oder durch die Verbrennungen gestorben ist, falls die Ermittlungen dies erfordern. Heymanns hofft, dass Passanten gesehen haben, wer das Tier auf dem Rewe-Parkplatz abgelegt hat. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02162 377-0 mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

  • Stadt Willich : Wieder ein verbrannter Igel in Willich gefunden

Der letzte verbrannte Igel war Ende Oktober in einem Mülleimer auf einem Spielplatz an der Lauenburger Straße in Willich entdeckt worden. Zuvor waren am 10. April 2017 auf demselben Spielplatz bei Pflegearbeiten zwei tote Igel gefunden worden. Eines der Tiere war zur Fundzeit bereits verendet, das zweite flüchtete vor dem Eintreffen der Polizei augenscheinlich schwer verletzt ins Unterholz und konnte trotz intensiver Suche nicht mehr gefunden werden.

Bereits im Jahr 2013 waren in Mülltonnen zwischen August und Oktober im Willicher Stadtgebiet insgesamt 15 Igel entdeckt worden, die gequält oder getötet worden waren, indem sie angezündet wurden. Dann war eine Zeit lang Ruhe — 2015 kam es dann zu zwei ähnlichen Vorfällen. Dank zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung und intensiver Ermittlungen hatten die Ermittler 2013 mehrere Personen in den Fokus genommen und befragt. Es war zwar nicht gelungen, einen Tatnachweis zu führen, jedoch hörte die Serie nach diesen deutlichen Worten an mögliche Tatverdächtige auf und setzte sich auch im Jahr 2014 nicht fort. Ein der Igelmorde Verdächtiger musste sich 2016 vor Gericht verantworten — allerdings wegen anderer Taten. Er wurde wegen Quälerei von Meerschweinchen und Kaninchen verurteilt: Er musste 60 Tagessätze zahlen und gilt damit nicht als vorbestraft.

(msc)