Willich startet Testphase für eine Kernzone im Wald

Im Forstbestand am Pappeldyk in Schiefbahn : Willich startet Testphase für eine Kernzone im Wald

In vier Jahren soll Zwischenbericht vorgelegt werden.

Im Forstbestand am Pappeldyk in Schiefbahn wird ein Testprojekt zur Entwicklung einer sogenannten Kernzone oder Naturwaldparzelle gestartet. Dies entschieden die Mitglieder des Umweltausschusses der Stadt Willich auf Vorschlag der Verwaltung und auf Basis eines Antrags von Bündnis 90/Die Grünen in ihrer jüngsten Sitzung.

Eine Naturwaldparzelle wird im Wesentlichen der natürlichen Entwicklung überlassen – möglichst ohne Eingriffe aus der Forstwirtschaft und mit dem Ziel, wieder urwaldähnliche Strukturen zu entwickeln. Allerdings gibt es aus Sicht der Stadtverwaltung kaum geeignete Waldbereiche im Stadtgebiet, weil es lediglich im Schiefbahner Bruch ein zusammenhängendes Waldgebiet (64 Hektar) gibt.

Die Verwaltung setze ohnehin auf eine eher „zurückhaltende forstwirtschaftliche Bearbeitung ihrer Bestände“. Anfallendes Kronenholz werde liegengelassen und biete vielen Tierarten Lebensraum. Wo es die Verkehrssicherheit ermögliche, würden „Habitat-Bäume“ für Tier- und Insektenarten stehengelassen. Allerdings können Arbeiten in den Beständen mit Hybridpappeln nicht ohne passendes technisches Equipment durchgeführt werden und verursachten trotz bodenschonender Maschinen größere Flurschäden.

Aus der SPD-Fraktion kam die Frage, was geschehe, wenn in einer Kernzone/Naturwaldparzelle Borkenkäferbefall oder ähnliches festgestellt werde. Diese Gefahr bestehe nicht, sagte Verwaltungsmitarbeiter Udo Hormes. Der Pflanzenbestand in Kernzonen sei vielschichtig, Borkenkäfer seien in Monokulturen zu finden.

Hormes wies noch darauf hin, dass ein solches Projekt mit einem großen Zeitabstand zu sehen sei. Er sprach von einer 50-jährigen Testphase.

Auf Vorschlag von Hagen Becker (Grüne) soll die Verwaltung zu dem jetzt gestarteten Projekt in vier Jahren einen Zwischenbericht vorlegen.