Stadt Willich: Willich: Sportvereine vor der Fusion

Stadt Willich: Willich: Sportvereine vor der Fusion

Die Mitglieder des TV wurden gestern bei der Generalversammlung über die Überlegungen informiert. Dadurch soll die Effizienz verbessert werden.

"Gemeinsamkeit macht stark", heißt ein gern genommener Slogan. Man könnte diesmal auch sagen: Gemeinsamkeit könnte für mehr Effektivität und Effizienz sorgen. Es geht um konkrete Überlegungen, dass die größten Sportvereine in Alt-Willich, der DJK/VfL mit seinen noch 2300 Mitgliedern, und der TV Willich (etwa 1050) fusionieren oder "verschmelzen".

Ein großer Fürsprecher solch eines Zusammenschlusses ist der TV-Vorsitzende Matthias Hänisch, der gestern die Mitglieder bei der Vollversammlung informierte. Er hatte schon im vergangenen Jahr erste Gespräche mit Verantwortlichen des DJK/VfL Willich geführt. Als Vorteile fasste gestern der 55-jährige TV-Chef zusammen: der Vereinssport bekäme in Alt-Willich ein Gesicht und einen größeren Stellenwert. Hinzu käme, dass man dann gerade in den Zeiten, wo auch neue Ehrenamtler immer schwieriger zu finden seien, diese dann vor allem auf dem Gebiet des Breiten- und Gesundheitssport besser bündeln könne. Nicht zu guter Letzt ließen sich ferner durch eine gemeinsame Geschäftsführung Kosten einsparen und könnte man, da beide Vereine gesund seien und über Rücklagen verfügen, über den Bau einer kleinen Turnhalle nachdenken.

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Bereits vor zwei Jahren hatte Hänisch davon gesprochen, den Vorsitz, der er seit acht Jahren hat, 2018 abzugeben. Er macht jetzt doch zwei Jahre weiter, nachdem er gestern klipp und klar sagte: "Ich kandidiere heute nicht mehr, wenn Ihr uns nicht den Auftrag erteilt, entsprechende Verhandlungen mit dem DJK/VfL Willich zu führen,. Er bekam bei 37-Ja-Stimmen den "Rückenwind" der Generalversammlung; es gab lediglich eine Gegenstimme (von Manuela Mittelham) und vier Enthaltungen. Bereits im Dezember 2017 hatte es in der Sache eine gemeinsame Vorstandssitzung beider Vereine gegeben. Dabei unterstützte DFK/VfL-Vorsitzender Helmut Frantzen (69) das Vorhaben. Frantzen sprach gestern vor den TV-Mitgliedern, nannte wie Hänisch ähnliche Vorteile einer Fusion oder Verschmelzung. Der DJK/VfL kommt an diesem Mittwoch, 21. März, zu seiner Generalversammlung zusammen. Dann sollen auch die Delegierten den Vorstand für weitere Verhandlungen grünes Licht geben. "Realistisch dürfte ein solcher Zusammenschluss in etwa zwei Jahren", glaubte Hänisch. Zumal der DJK/VfL Willich im nächsten Jahr noch groß sein hundertjähriges Bestehen feiern will, wie es 2017 der TV mit seinen 125-Jahr-Feierlichkeiten gemacht hatte.

Natürlich gab es einige kritische Wortmeldungen, so von Manuela Mittelham: "Der TV darf nicht von einem anderen Verein geschluckt werden." "Es wäre schön, wenn sich beide Vereine mit ihrem Gründungsjahr im neuen Namen wiederfinden könnten", dachte Archivar Josef Lamers schon einen Schritt weiter. Den TV Willich gibt es seit 1892, den DJK/VfL mit seinen Ursprüngen seit 1919. "Dies ist schon längst überfällig, wir bekommen dadurch ein viel größeres Spektrum", war Dirk Töller einer der Befürworter. Bei positivem Abschluss der Vorberatungen finden dann, sollte der DJK/VfL ebenso entscheiden, noch in beiden Vereinen außerordentliche Mitgliederversammlungen statt. Es kam noch zu Wahlen (siehe morgige Ausgabe) und Ehrungen. So gehört Manuela Mittelham seit 50 Jahren dem TV an, seit 40 Jahren: Ute Nitschke, Ruth Müller, Liane Stabingies; seit 25 Jahren ist Bernd Kortmann

(schö)