Willich: Nach 14 Jahren im Vorstand ist Schluss

Stadt Willich : Nach 14 Jahren im Vorstand ist Schluss

Das Gesicht von Karla Meiendresch und der Bürgerverein Anrath sind untrennbar miteinander verbunden. 14 Jahre lang leitete sie die Geschicke des Vereins mit Bravour. Doch das findet jetzt ein Ende.

Der 25. Februar hat in diesem Jahr für Karla Meiendresch eine besondere Bedeutung. Das ist nämlich der Tag, an dem sie im Rahmen der turnusmäßigen Sitzung als Vorsitzende des Bürgervereins Anrath zurücktritt. "Ich war 14 Jahre lang die Vorsitzende, und die Aufgabe hat mir viel Freude bereitet. Aber jetzt geht die Familie vor", sagt Karla Meiendresch. Familiäre Gründe sind es nämlich, die die 77-Jährige veranlassen, ihr Amt niederzulegen.

Leicht fällt es ihr nicht, denn mit der Arbeit für den Bürgerverein sind viele schöne Erinnerungen verknüpft. Angefangen hat dabei vor 17 Jahren alles durch ihren Mann Felix. Dieser wurde damals vom Vorstand gefragt, ob der Ur-Anrather kein Interesse daran hätte, im Bürgerverein mitzuarbeiten. Felix Meiendresch konnte sich das nicht so richtig vorstellen, gab aber den Tipp weiter, doch einmal seine Frau zu fragen, die gerade Rentnerin geworden war. Karla Meiendresch konnte sich das vorstellen und begann mit der Mitarbeit im Vorstand. Drei Jahre dauerte diese Zeit, dann trat Hans Peter Enger als Vorsitzender zurück, und der Vorstand trug das Amt an die gebürtige Leutherin heran. "Ich habe leichtsinnigerweise ja gesagt. Ich wusste ja nicht, was auf mich zukam", erinnert sich Karla Meiendresch mit einem Schmunzeln. Denn genau in ihre Amtszeit fiel das Mega-Ereignis des 1000. Geburtstages von Anrath.

Schon sechs Jahre vorher fiel der Startschuss für den ganz besonderen Geburtstag. 2004 trat Karla Meiendresch mit dem Anrather Jubiläum zum ersten Mal an den Willicher Bürgermeister heran und löste damit eine Lawine aus. Der Rat übertrug dem Bürgerverein federführend die Leitung für die Planungen, und die Stadt Willich stellte für die Koordination der Termine stundenweise eine städtische Mitarbeiterin ab. Neben dem Mammutprojekt 1000 Jahre Anrath, das eine lange Vorlaufzeit hatte und letztendlich 2010 mit einem ganzen Jubiläumsjahr gefeiert wurde, gab es aber viele weitere Highlights für den Bürgerverein unter der Leitung der dynamischen Anratherin. Unter anderem schickte der Bürgerverein den Bürgerbus aus seine ersten Touren, das Gieskannen-Projekt auf dem Friedhof wurde realisiert, der Friedhof erhielt Bänke, es konnten Pflegepaten für die gemauerten Blumenbeete in der Fußgängerzone gewonnen werden, zwei Mundartbücher sowie ein Mundartlexikon wurden aufgelegt und natürlich gab es jedes Jahr ein neues Heimatbuch. Die Figur des Heiligen Heribert beschäftigte den Bürgerverein ebenso wie die Tormarkierungen, die heute anzeigen, wo einst Anraths Stadttore waren.

Durch ihre Arbeit für den Bürgerverein hat Karla Meiendresch Anrath bestens kennengelernt. Es sei ihre wirkliche Heimat geworden, auch wenn sie in Leuth geboren, in Krefeld aufgewachsen und erst 1966 mit ihrem Mann und den Kindern nach Anrath gezogen sei, bemerkt die Anratherin. So ganz verlässt Karla Meiendresch den Bürgerverein nicht. Sie bleibt Mitglied und singt auch weiterhin bei den Leddschesweäver mit. "Aber Vorstandsarbeit gibt es nicht mehr. Entweder hört man damit ganz auf oder gar nicht", betont sie. Für ihre Nachfolge kandiert Marlies Pasch, die dem Bürgerverein seit Jahren angehört. Mit Meiendresch legt auch Annemarie Rüther ihre Arbeit nieder. Die Anratherin war 22 Jahre lang die Kassenwärtin des Vereins. "Wir haben einst gesagt, dass wir einmal zusammen aufhören und das machen wir nun auch", sagt Karla Meiendresch.

(RP)