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Willich: Konzept für städtische Kunstwerke

Anfrage der Grünen : Willich: Konzept für städtische Kunstwerke

Eine grundlegende Aufgabe sei zudem eine ­umfassende Dokumentation, heißt es von der Stadt.

Wie ist die Situation beim Thema „Kunst im öffentlichen Raum“ in Willich? Diese Anfrage der Grünen beantwortete die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Sport- und Kulturausschusses.

Grundsätzlich besagen die Richtlinien der Stadt (Beschluss aus dem Jahr 1978), dass im Rahmen städtischer Baumaßnahmen Aufträge für Kunst im öffentlichen Raum erfolgen und über Anteilsbeiträge der Baukosten finanziert werden sollen.

In der Zeit von 1988 bis 1994 wurden fast jährlich Bronzeskulpturen gekauft und in den Stadtteilzentren aufgestellt. 2001 entstand die „Kunstmeile Wekeln“ auf der Straße am Anger mit Steinköpfen des Künstlers Anatol. Von 1994 bis 2000 konnten dank verschiedener Stifter Skulpturen im Wert von rund 400.000 Euro in Willich aufgestellt werden – als Dauerleihgaben. Bekannte Objekte aus dieser Zeit sind etwa die „Ungeduld“ (Standplatz Markt Willich) und das „Dorfgespräch“ (Kirche Schiefbahn) von Loni Kreuder oder der „Lateere Pit“. Nach einer langen Pause wurde 2016 die „Welle“ des Künstlers Ubbo Enning im Rahmen der Umgestaltung des Kaiserplatzes angeschafft.

Zweiter großer Komplex ist der Skulpturenpark in Schloss Neersen, der in Zusammenarbeit mit dem Galeristen Friedhelm Hüter entwickelt und 1995 eröffnet wurde. Der Park wurde schrittweise aufgebaut und umfasst heute rund 20 Skulpturen. Hüter hat die Skulpturen jahrelang weitgehend ehrenamtlich instand gehalten, musste diese Tätigkeit aber krankheitsbedingt aufgeben. Seit 2017 wird der Skulpturenpark im Rahmen des Projektes „Theater trifft Skulptur“ während der Phase der Schlossfestspiele um eine temporäre Ausstellung jeweils eines Künstlers ergänzt. Das habe dazu geführt, dass der Skulpturenpark besser wahrgenommen werde, und auch die Schlossfestspiele würden dadurch bereichert, so die Verwaltung. Um den Bürgern die Skulpturen besser zu erläutern, arbeitet die Stadt aktuell an einer Internet-Information.

Für die Zukunft sieht die Stadt den Bedarf, das Thema mit einem Konzept zu untermauern. Eine grundlegende Aufgabe sei zudem eine umfassende Dokumentation der städtischen Kunstwerke – sie wird aktuell überarbeitet. Ebenso müssten Besitz- und Versicherungsverhältnisse besonders für die Leihgaben geregelt werden.

Kunst ist zudem eine wirtschaftliche Frage: Die Verwaltung beziffert den momentanen Gesamtwert der Kunstobjekte mit rund einer Million Euro. Dieser sollte durch entsprechende Pflege erhalten werden.

Wenn das Thema „Kunst im öffentlichen Raum“ ausgebaut und in den Aufgabenbereich des Kulturteams eingebettet werden sollte, ist aus Sicht der Verwaltung ein klarer politischer Auftrag notwendig – inklusive der entsprechenden Ausstattung mit Personal und Geldmitteln.