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Willich: Historisches Flugzeug muss auf Acker notlanden

Einsatz bei Willich : Historisches Flugzeug muss auf Acker notlanden

Wegen technischer Probleme musste der Pilot eines historischen Motorflugzeugs seinen Flug über Willich abbrechen. Die Maschine wurde von einem Traktor abgeschleppt. Für die beiden Piloten war es nicht die erste Notlandung.

Am Mittwochmittag musste ein historisches Motorflugzeug, Baujahr 1955, auf einem Acker bei Willich notlanden. Die beiden Insassen wurden nicht verletzt. Dem Piloten gelang es, auf dem weichen Untergrund an der Straße Hursterhöfe zu landen ohne das Flugzeug zu beschädigen.

Pilot Olaf Otto von Chamier und Flugzeugbesitzer Hanno Fischer waren von Mönchengladbach aus in Richtung Paderborn gestartet, als etwa drei bis fünf Minuten nach dem Abheben der Motor Zündungsaussetzer hatte. „Wenn wir abgestürzt wären, hätte es keiner gemerkt“, sagt von Chamier. Doch die Notlandung auf dem Feld gelang.

Für den Mönchengladbacher von Chamier, der bereits seit 30 Jahren fliegt, war es bereits die dritte Notlandung. Für den 96-Jährigen Hanno Fischer, der die „RW3“ sogar selbst konstruiert hatte, war es sogar bereits das zwölfte Mal – zuletzt 2017 mit demselben Flugzeug. „Wir sind ein Veteranenteam. Wir haben uns einfach einen schönen Acker gesucht und sind gelandet“, sagt von Chamier. Kurz darauf sei bereits ein Landwirt eingetroffen, der das Geschehen vom Küchenfenster aus beobachtet hatte. Gemeinsam wartete man auf die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sowie auf die Luftaufsicht der Bezirksregierung. Anschließend wurde das Flugzeug mit einem Traktor vom Acker gezogen.

Während der Aktion habe sich auch das Auto der Bezirksregierung auf dem schlammigen Untergrund festgefahren und sei ebenfalls mit dem Traktor vom Acker gezogen worden, erzählt von Chamier.

Das Flugzeug vom Typ „RW3“ wurde insgesamt nur 30 Mal gebaut und war nach dem 2. Weltkrieg das erste in Deutschland entworfene Motorflugzeug. Charakteristisch für die „RW3“ ist der am Heck angebrachte Propeller. Die Maschine sollte mit dem Flug, der in einer Notlandung endete, eigentlich ins Fliegende Museum nach Paderborn überführt werden, wo es künftig untergebracht werden sollte. Besitzer Hanno Fischer hatte erst im vergangenen Jahr seinen Flugschein abgegeben und wollte sein Flugzeug nun als Leihgabe dem Museum zur Verfügung stellen.

Die Ursache für die Zündprobleme sei noch nicht bekannt. „Wir wissen nicht, woran es liegt“, sagt Olaf Otto von Chamier. Nach der Notlandung sei der Motor wieder ganz normal gelaufen.“ Aus Sicht der Bezirksregierung habe sich der Pilot richtig verhalten, eine Notlandung auf dem Acker zu machen und nicht zum Startflughafen nach Mönchengladbach zurückzukehren.

Die Maschine stand bis zum späten Nachmittag am Feldrand und wurde anschließend abtransportiert.