1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Willich hat ab Samstag ein Autokino

Bis zum 10. Mai : Willich hat ab Samstag ein Autokino

Ab Samstag werden auf dem Schützenplatz zwei- bis dreimal täglich auf einer 14 mal acht Meter großen LED-Wand Kinofilme gezeigt.

In den vergangenen Tagen wurde fleißig gearbeitet auf dem Willicher Schützenplatz. In mehr als zehn Metern Höhe kletterten Arbeiter auf einem Gerüst herum, auf dem am heutigen Samstag um 14 Uhr der Kinofilm „Die Eisprinzessin 2“ gezeigt wird. Fast schon ist es eine Nacht- und Nebelaktion, mit der das Projekt Autokino verwirklicht wurde. „Die Stadt Willich ist uns sehr entgegengekommen“, freut sich Projektleiter Markus Brinkmann, der für das Mönchengladbacher Kino Comet Cine Center arbeitet. Mit den Stadtwerken Willich habe man zudem einen weiteren Unterstützer gefunden. Finanzielle Interessen stünden nicht an erster Stelle, betont Brinkmann, vielmehr wolle man den Willichern in der Corona-Krise ermöglichen, Kultur zu erleben.

22 Euro kostet die Kinokarte pro Auto. In dem dürfen wegen der Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus allerdings maximal zwei Erwachsene sitzen – und deren Kinder, wenn sie im selben Haushalt wohnen. Um Bargeldzahlungen und zu dichten Kontakt mit dem Kinopersonal zu vermeiden, sind die Karten nur online erhältlich. Die Besucher müssen bei der Einfahrt auf das Gelände einen QR-Code auf dem Handy oder als ausgedrucktes Ticket bereithalten. Der Code kann durch die geschlossene Fensterscheibe eingescannt werden. Außerdem werden weder Getränke noch Snacks verkauft, und das Auto darf während der Vorstellung nicht verlassen werden. Ein Toilettenwagen steht aber zur Verfügung, sollte aber nur einzeln und mit einer Schutzmaske betreten werden. „Die Abstandsregel zu anderen Personen von mindestens 1,5 Metern gelten bei uns selbstverständlich auch“, heißt es auf der Internetseite www.autokino-willich.de.

Die Idee, in Willich ein Autokino zu errichten, hatte Dirk Schmidt-Enzmann von der Willicher Firma Mediaspectrum. Er wandte sich an Bürgermeister Josef Heyes, der sofort angetan war, zudem wurde das Mönchengladbacher Kino mit ins Boot geholt, das im vergangenen Jahr bereits am Schloss Rheydt ein Sommerkino erfolgreich organisiert hatte. Dort liefen die Filme allerdings über eine Leinwand, in Willich gibt es LED-Technik auf 14 mal acht Metern. „Das ist wirklich eine Premiumlösung, die uns unabhängig von der Dämmerung macht“, freut sich Brinkmann. Den Ton der Filme holt man sich über das Radio ins Auto.

Zunächst ist geplant, bis zum 10. Mai zweimal werktäglich (17 und 20 Uhr) und dreimal an den Wochenendtagen (zusätzlich um 14 Uhr) Filme aus dem vergangenen Jahr zu zeigen. 100 Autos passen auf den Schützenplatz. Je nachdem, wie erfolgreich das Willicher Autoknio ist und wie lange die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus dauern, könne auch noch verlängert werden, sagt Brinkmann. Und je nach Erfolg sei man auch offen dafür, das Ganze im nächsten Jahr zu wiederholen.

Die Filme, die im Autokino gezeigt werden, sind zwar nicht die allerneuesten Streifen, da dies aus vertragsrechtlichen Gründen nicht möglich sei, aber durchaus noch aktuell, sagt Brinkmann. So werden „Der Junge muss an die frische Luft“, „Joker“, „A Star is born“, „Das perfekte Geheimnis“, „Shaun das Schaf – Ufo-Alarm“, „Bohemian Rhapsody“, „Aladdin“, „Der König der Löwen“, „Once upon a time in Hollywood“ und „Green Book“ gezeigt. „Wir würden aber auch auf Wünsche unserer Zuschauer eingehen und zum Beisplei auch einen Klassiker zeigen“, sagt Markus Brinkmann.