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Willich geht mit Streetwork gegen illegale BMX-Strecke in Schiefbahn vor

In einem Schiefbahner Wäldchen : Willich will mit Streetwork gegen illegale BMX-Strecke vorgehen

Die BMX-Strecke in einem Wäldchen in Schiefbahn ist illegal. Der Förster hatte sie entdeckt. Die Stadt zeigt sich nun bereit, über eine mögliche legale Anlage in Willich zu sprechen.

Um langfristig gegen die illegale BMX-Strecke in Schiefbahn vorgehen zu können, sucht die Stadt Willich den Austausch mit den meist jugendlichen Fahrern.

Revierförster Marco Müller vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW hatte die illegale Anlage in dem kleinen Wäldchen am Klosterweg/Lange Bendstraße entdeckt. Bei einem Kontrollgang stellte er massive Schädigungen innerhalb des Waldstücks fest: ausgehobene Gruben, durch die das Wurzelwerk von Bäumen stark beschädigt wurde, Bäume mit abgeschälter Rinde, ein gefällter Baum, Hindernisse aus Holzbohlen und Paletten, die unter anderem an Bäumen fest montiert sind, aus Erde geformte Schanzen und steinharte Erde, auf der kein bisschen Grün mehr wächst.

Müller meldete die Vorkommnisse bei der Stadt Willich. Von dort heißt es: In den vergangenen Jahren wurde die Anlage schon zweimal durch den städtischen Bauhof zurückgebaut. Die Mitarbeiter entfernten Sprungschanzen und planierten Kurven mit Erdmodulationen wieder ein. Dazu entfernten sie Werkzeuge wie Beile und Sägen. „Wir stellen dort immer wieder Aktivitäten fest. Mal sind sie geringfügigerer Natur. Mal handelt es sich um größere Ausmaße“, sagt Andreas Kublank vom Team Grün im Geschäftsbereich Landschaft und Straßen der Stadt Willich.

Kurze Zeit später aber war die Strecke neu angelegt. Diese Endlosschleife möchte die Stadt Willich nun durchbrechen, und zwar mit Aufklärungsarbeit. „Wenn die BMX-Fahrer dort bauen, haben sie nur ihr Ziel vor Augen, und das lautet: eine coole Bahn herstellen. Dass dies generell nicht im Wald erlaubt ist und den ohnehin schon geschwächten Waldbestand schädigt, haben die Fahrer nicht auf dem Schirm. Die Umweltschäden, die sie verursachen, sehen sie nicht“, sagt Kublank.

Der Geschäftsbereich Landschaft und Straßen ist daher an die städtischen Streetworker herangetreten und hat diese gebeten, einen Kontakt zu den Jugendlichen und jungen Erwachsenen herzustellen, die der BMX-Szene angehören. Das Ziel ist es, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und die jeweiligen Standpunkte zu erläutern.

Nach der ersten Berichterstattung in der Rheinischen Post meldeten sich in der Redaktion sowie bei Revierförster Müller Personen, die angaben, die BMX-Strecke in dem Wäldchen zu nutzen – von Unrechtsbewusstsein keine Spur: Sie gaben an, dass es die Strecke schon immer gegeben habe, damit sei die Nutzung in ihren Augen legitim.

„Wir müssen den Fahrern klar machen, dass das nicht geht. Vielleicht besteht die Möglichkeit, auf Willicher Stadtgebiet eine legale Bahn anzulegen. Auch dieser Frage möchten wir in der gemeinsamen Runde nachgehen“, sagt Kublank.

Von Seiten der Jugendlichen sei laut Streetworker Interesse bekundet worden, sich auszutauschen. Einen Termin gebe es aber noch nicht. Bei der Stadt steht jetzt erst einmal der Rückbau der Anlage in dem Schiefbahner Waldstück ganz oben auf der Prioritätenliste.