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Willich erhält Förderbescheid für Quartiersentwicklung in Schiefbahn

Quartiersentwicklung in Schiefbahn : Land fördert Erhalt der Begegnungsstätte

Bürgermeister Josef Heyes erhielt den lang ersehnten Förderbescheid für Schiefbahn. Damit sind 90 Prozent der Kosten für die Baumaßnahmen zum Erhalt der Begegnungsstätte und zur Quartiersentwicklung abgedeckt.

„Ich freue mich richtig“, sagte Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher im Kleinen Sitzungssaal von Schloss Neersen zu Beginn. „Das wird bestimmt richtig gut.“

Am Montagnachmittag erhielt Bürgermeister Josef Heyes den ersehnten Förderbescheid in Höhe von 364.714 Euro für das Förderprogramm „Soziale Integration im Quartier“ in Schiefbahn aus der Hand der Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Düsseldorf. Neben der Landtagsabgeordneten Britta Oellers und dem Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer (beide CDU) waren der Vorsitzende des Sozialausschusses Dietmar Winkels und sein Stellvertreter Dieter Lambertz sowie die Vertreter der Parteien und der Stadt Willich bei der Übergabe des Förderbescheides dabei.

Das Schöne an einem solchen Termin wie dem im Sitzungssaal des Schloss Neersen, fügte Radermacher hinzu, sei nicht nur, dass sie in Gegenden und Häuser komme, die sie noch nicht kenne und die sie auf diese Weise entdecke, sondern auch, dass sie miterlebe, was die Menschen in ihrem Heimatort gestalteten.

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Josef Heyes dankte der Regierungspräsidentin für die wichtige Unterstützung und ließ es sich nicht nehmen, Birgitta Radermacher die Geschichte von Schloss Neersen zu erzählen. Mit der Summe von 364.714 Euro sind 90 Prozent der insgesamt anfallenden Kosten für die baulichen Maßnahmen zum Erhalt der Begegnungsstätte und zur Quartiersentwicklung in Schiefbahn in Höhe von 405.237 Euro abgedeckt. An die Landtagsabgeordnete Britta Oellers und den Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer gewandt betonte Birgitta Radermacher, dass es ohne diese Fürsprecher in Landtag und Bundestag kein Geld gegeben hätte.

Radermacher unterstrich, dass das Geld dann nicht gut ausgegeben sei, wenn es nur um einen architektonischen Umbau gegangen wäre. Denn: „Wir wollen, dass die Institution weiterhin bespielt wird. Das ist ein Raum, in dem Menschen einander begegnen und wahrgenommen werden. Begegnungsstätten sind wichtig, um die Integration aller Menschen unabhängig von ihrem Einkommen, ihrem Alter, ihrer Herkunft und ihrer Religion zu stärken“, sagte sie.

Mit dem Fördergeld wird die Begegnungsstätte an der Hochstraße in Schiefbahn renoviert und erweitert. Und das ist dringend notwendig. Denn schon seit Beginn des Jahres müssen die Seniorinnen und Senioren auf unterschiedliche Orte ausweichen, um sich zu treffen. An ihrem angestammten Treffpunkt schimmeln die Wände.

Die Begegnungsstätte wurde 2011 vom Caritasverband für die Region Kempen-Viersen übernommen und wird seither mit einem großen Programmangebot betrieben. Die engagierten Senioren organisieren sich weitgehend selbst und übernehmen die Verantwortung für die gemeinsamen Aktivitäten. Unterstützt und beraten werden sie dabei von den Mitarbeiterinnen der Begegnungsstätte.

Doch nicht nur die Begegnungsstätte ist an diesem Ort an der Hochstraße in Schiefbahn untergebracht. Auch das Freiwilligenzentrum, der Arbeitskreis Fremde, die Geflüchtete unterstützen, das Stadtteilbüro und der Schiedsmann haben hier ihren Platz. Demnächst wird auch der Arbeitsplatz der Quartiersentwicklerin Jeannette Gniot in diesen Räumen zu finden sein. Der Förderantrag für die Begegnungsstätte Schiefbahn ist Teil des Investitionspaktes „Soziale Integration im Quartier“. Dabei wird die „nachhaltige Netzwerkbildung unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger durch hauptamtliches Quartiersmanagement“ angestrebt, wie es im Antrag heißt.

Weitere Ziele des Investitionspaktes sind die Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts, die Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen am öffentlichen Leben, die Verbesserung der Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger, die Erleichterung der Integration.

Wichtige und ausschlaggebende Eckpunkte des Antrags, sagte die Beigeordnete der Stadt Willich, Brigitte Schwerdtfeger, waren das Rahmenkonzept „Miteinander leben und altern in Willich“ sowie der Prozess der Quartiersentwicklung im Stadtteil Schiefbahn. Nun, da das Geld bewilligt ist, können die Bauarbeiten in die Wege geleitet werden, berichtete Schwerdtfeger. Der genaue Baubeginn stehe noch nicht fest.