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Willich: Dialyseärztin überredet junge Menschen zur Impfung

Auf Impf-Mission in Willich : Dialyseärztin überredet junge Menschen zur Impfung

Seit vielen Monaten impft die Ärztin Monika Vitting in ihrer Dialysepraxis. Als die Erstimpfungen im Sommer stagnierten, klapperte sie die Geschäfte im Willicher Zentrum ab und überzeugte junge ungeimpfte Menschen von einem Impftermin.

In den vergangenen Monaten hat Monika Vitting viel Überzeugungsarbeit geleistet. Und noch mehr Impfdosen verteilt. Sie sagt: „Eigentlich habe ich ständig Sonderimpfaktionen, weil ich nicht zur Riege der impfenden Ärzte gehöre.“ Damit keine Missverständnisse aufkommen: Monika Vitting ist Ärztin. Sie betreibt eine nephrologische Praxis in Willich, betreut Menschen mit Nierenerkrankungen, die zur Dialyse kommen. Seit einiger Zeit kommen aber auch Menschen, die einfach nur gegen das Coronavirus geimpft werden wollen. An zwei Tagen in der Woche schafft sich Vitting derzeit Stunden im Praxisbetrieb frei, um mit ihrer Mitarbeiterin impfen zu können. Manchmal gehen dafür auch ihre freien Tage drauf. Vor allem seit es mit den Booster-Impfungen losging.

Vitting weiß, warum sie das tut. Neulich sah sie im Fernsehen, wie eine alte Dame mit Rollator in einer Schlange stand und noch 150 Minuten in der Kälte auf die Impfung warten musste: „Ich finde das erschütternd.“ Irgendjemand müsse ja etwas tun, damit es vorangeht: 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) zuletzt als Ziel ausgegeben. Wenn jeder einen kleinen Beitrag wie Vitting leisten würde, wäre man vielleicht schon weiter. „Wir geben unser Bestes, mitzuhelfen“, sagt sie.

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Aktuell bestelle sie nur Biontech, nicht Moderna. Aus zwei Gründen: Einerseits sei Moderna extrem unbeliebt, andererseits könne sie mit einem Vakzin-Fläschchen von Biontech sieben Impfdosen vergeben, bei Moderna sind es 20. Da sei es vorprogrammiert, dass sie Impfstoff wegschmeißen müsse. Zuletzt bekam auch Vitting weniger Impfstoff geliefert als bestellt und musste Termine absagen.

Als sie davon hörte, wie im Sommer die Erstimpfungen stagnierten, hielt es sie nicht mehr in der Praxis. Monika Vitting lief die Bahnstraße entlang, klapperte die Geschäfte ab, auf Mission. Vor allem junge Leute sprach sie an und überredete einige erfolgreich zu einer Impfung: „Ich habe sie so lange bequatscht, bis sie einen Termin gemacht haben.“ Als sie mitbekam, dass Mitarbeiter eines Testzentrums keine Impftermine bekamen, impfte sie die. Auch Lehrer einer Grundschule aus dem Ort und Erzieher eines Kindergartens bekamen eine Spritze. „Vor allem die, die an der ,Front’ arbeiten, brauchen doch unbedingt einen Booster“, sagt Vitting. Aber grundsätzlich sagt sie: „Impfen müssen wir ja sowieso alle. Jeder kann sich bei mir melden – und dann schauen wir.“

Für den 8. Januar sind von 8 bis 15.50 Uhr 42 Impftermine frei. Für den Booster muss die zweite Impfung vor dem 21. Juli erfolgt sein. Termine können am 22. Dezember von 8.30 bis 13 Uhr unter Ruf 02154 202210 vereinbart werden.