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Willich: Der Politik wurden jetzt die Ergebnisse des Sportstätten-Entwicklungsplans vorgestellt.

Sportstätten-Entwicklungsplan : Räume für Sportkurse in Willich fehlen

Der Politik wurden jetzt die Ergebnisse des Sportstätten-Entwicklungsplans vorgestellt. Die Ausgangslage ist gut, allerdings fehlt es an Räumen für Seniorensport. Auch die Schulhöfe könnten mehr Raum für Bewegung bieten.

Jahre-, wenn nicht jahrzehntelang hat es gedauert, bis ein Sportstätten-Entwicklungsplan für die Stadt Willich in Auftrag gegeben war – die hohen Kosten waren der Grund, wieso sich die Mehrheit der Politiker zierte. Doch nun wurde der im April 2017 dann doch auf den Weg gebrachte Plan im Sport- und Kultur-Ausschuss vorgestellt. Politiker aller Parteien freuten sich und betonten, dass man das doch schon viel früher hätte angehen sollen. Im Großen und Ganzen ist die Situation für Sportler in Willich aber gar nicht so schlecht: „Es gibt ein sehr gutes Angebot und eine hohe Akzeptanz seitens der Bevölkerung“, sagte Stefan Eckl vom Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung aus Stuttgart, das den Plan erarbeitet hat. Natürlich gibt es aber einige Stellschrauben, an denen man noch drehen kann.

46 Sportvereine mit insgesamt 16.694 Mitgliedern gibt es in Willich – das heißt, dass 32 Prozent der Bürger in einem Sportverein sind. Eine durchaus ordentliche Zahl. Der kleinste Verein, der Renn- und Reitverein Willich, hatte im Jahr 2017 15 Mitglieder, die beiden größten Vereine, der DJK/VfL Willich und der TV Schiefbahn, jeweils knapp 2.400. Interessant ist laut Eckl, dass die Mitgliederzahlen von 2013 bis 2017 um rund vier Prozent gestiegen sind – wobei es bei den Kindern und Jugendlichen allerdings einen Rückgang gab. Ein Trend, der sich wohl fortsetzen wird, was sich auch auf die Angebote der Vereine und deren Raumbedarf auswirken wird.

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Und so lautet eine Empfehlung im Abschlussbericht, dass die Angebote im Erwachsenen- und Seniorensport massiv ausgebaut werden sollten. Passend dazu: In Alt-Willich, Schiefbahn und Anrath sollen weitere Räume für den Gesundheits-, Präventions- und Rehabilitationssport geschaffen werden – aber auch fürs Kinderturnen. Und das möglicherweise in der ersten Etage neuer Kitas.

Apropos Kinder: In jeder Kita sollte idealerweise regelmäßig ein Angebot zur Bewegungsförderung vorgehalten werden, „wobei hier den Sportvereinen eine wichtige Funktion als Kooperationspartner zukommt“, heißt es im Bericht weiter. Zudem soll es möglichst in jedem Stadtteil einen anerkannten Bewegungskindergarten geben – bisher ist lediglich „Bullerbü“ in Willich zertifiziert. Natürlich sollen sich aber auch die älteren Kinder und Jugendlichen ausreichend bewegen können, und so empfiehlt Eckl, dass die städtischen Spielplätze modernisiert und attraktiver gestaltet werden. Und das nach Möglichkeit auch generationenübergreifend.

Zudem sieht die Planungsgruppe erheblichen Bedarf, was eine bewegungsfreundliche Gestaltung der Schulhöfe angeht. Da dürften Lehrer und Schüler der Robert-Schuman-Europaschule hellhörig werden – denn sie hatten Ende des Jahres bereits ein entsprechendes Konzept mit einem Fitness-Parcours und einer Multifunktionshalle, die nach Schulschluss auch von Vereinen genutzt werden soll, vorgestellt. Dies wurde allerdings noch zurückgestellt, weil CDU und Grüne das Ergebnis des Sportstätten-Entwicklungsplans abwarten wollten. Womöglich kommt jetzt Bewegung in die Angelegenheit, denn der jetzt vorgestellte Bericht bemängelt auch, dass es in Willich insgesamt zu wenig Freizeitspielfelder für Sport, Bewegung und Spiel für die Bevölkerung sowie Fitness-Parcours gibt.

Konkreter wird’s bei den Zielen und Empfehlungen für die Sportplatzanlagen: Das Hauptspielfeld mit der Rundlaufbahn im Sport- und Freizeitzentrum soll mit einer Beleuchtungsanlage versehen werden, die Wiese soll auch als Werferwiese und für den Fußball genutzt werden können. Der Tennenplatz in Neersen soll zu einem Rasenplatz umgebaut werden, der auch für American Football der „Schiefbahn Riders“ nutzbar ist, die Umkleiden und Sanitäranlagen an der Donkkampfbahn in Anrath sollen erweitert und mordernisiert werden – Letzteres gilt auch für das Sport- und Freizeitzentrum in Alt-Willich.

Und dann gibt es noch Vorschläge zur Vereinsentwicklung: So sollen die Sportvereine künftig noch enger zusammenarbeiten, und mindestens einmal im Jahr sollte es ein Gespräch zwischen Vereinen, Schulen, Senioren- und Jugendeinrichtungen und der Stadt geben. Zudem sollen das Sport- und Bewegungsangebot in Willich sowie die Belegungspläne der Hallen über die Homepage der Stadt oder in einer App „nutzerfreundlich und modern präsentiert werden“. Außerdem sollte überlegt werden, ob es mehr vereinsübergreifende Hauptamtler geben kann, die die Ehrenamtler unterstützen.