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Willich: Das ist der Stand der Bauprojekte. Katharinen-Höfe, Vollsortimenter und Co.

Willich : Vollsortimenter: Stadt wird ungeduldig

Trotz Corona wird an den großen Bauprojekten in Willich weitergearbeitet. Hier und da stockt es aber auch. Ein Gespräch mit dem Technischen Beigeordneten der Stadt, Gregor Nachtwey.

Auf den meisten Baustellen in städtischer Verantwortung und im Technischen Rathaus ruht die Arbeit trotz Corona-Krise nicht. Der Technische Beigeordnete Gregor Nachtwey verbringt zwar derzeit 80 Prozent seiner Arbeitszeit als Leiter des Corona-Krisenstabs der Stadt Willich, doch die Projekte laufen weiter, seine Geschäftsbereichsleiter entscheiden eigenverantwortlich, geben Nachtwey einmal in der Woche Rückmeldung, wie es läuft. Im Gespräch mit unserer Redaktion gibt Nachtwey einen Überblick über die größten Baustellen der Stadt.

 Gregor Nachtwey ist Technischer Beigeordneter der Stadt Willich.
Gregor Nachtwey ist Technischer Beigeordneter der Stadt Willich. Foto: Marc Schütz

In Alt-Willich gehen die Abräumarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Katharinen-Hospitals in die Endphase, so dass es „plan und geräumt“ an den neuen Eigentümer übergeben werden kann. Entstehen soll dort ein Komplex aus Wohnen, Praxen und Gewerbe mit anspruchsvoller Architektur und einem Übergang zum Konrad-Adenauer-Park. Wer der neue Eigentümer wird, wird in diesen Tagen von einer 15-köpfigen Jury entschieden. 

 Das Gelände an der Bahnstraße in Willich, auf dem sich das Krankenhaus befand, ist fast komplett abgeräumt.
Das Gelände an der Bahnstraße in Willich, auf dem sich das Krankenhaus befand, ist fast komplett abgeräumt. Foto: Marc Schütz

7,2 Millionen Euro betrug das Mindestgebot, in die engere Auswahl seien „mehr als eine Handvoll“ Bewerber gekommen, sagt Nachtwey. Der Eigentümerwechsel soll möglichst im Mai erfolgen, in der zweiten Jahreshälfte soll der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden, so dass 2021 gebaut werden kann. „Das ist sportlich, aber machbar“, sagt Gregor Nachtwey. Etwa zwei Jahre werde der Bau dann dauern.

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Ebenfalls in der Alt-Willicher Innenstadt befindet sich das alte Brauereigelände, auf dem der Rewe-Markt, die Stadtverwaltung und die Brauerei-Passage sind. Auch hier soll sich einiges tun, nachdem es bereits einen Architekten-Wettbewerb gegeben hatte. Das Ergebnis habe nach wie vor Gültigkeit, allerdings habe es einen Eigentümerwechsel der Passage gegeben. Man sei aber mit allen drei Eigentümern im Gespräch, und Nachtwey hofft, dass man sich noch in diesem Jahr auf eine gestalterische Grundlage einigt, „auf die wir den Bebauungsplan legen können. Aber der Teufel steckt im Detail.“

 Ein Schild weist am Rothweg in Neersen auf das geplante Seniorenheim hin.
Ein Schild weist am Rothweg in Neersen auf das geplante Seniorenheim hin. Foto: Marc Schütz

Das zeigt sich derzeit auch in Wekeln, wo eigentlich mit „Wekeln X“ ein neues Baugebiet entstehen sollte. Nun wird dort allerdings erstmal lediglich eine neue Kita gebaut, denn bei der Offenlage der Pläne zum Baugebiet „wurde das Thema Emissionen nicht zweifelsfrei ausgeräumt“, sagt Nachtwey. Dabei geht es nicht um Lärm, sondern um Erschütterungen, die von einem nahegelegenen Betrieb ausgehen, der mit Stahlschienenträgern arbeitet. Das Lager befindet sich im Freien, „und es entstehen große Lasten, die beim Absetzen Erschütterungen erzeugen“, erklärt Nachtwey. „Die Firma hat eine bestehende Betriebsgenehmigung, und wir müssen dafür sorgen, dass der Betrieb nicht eingeschränkt wird. Wir werden nun ein zweites Fachgutachten erstellen lassen und eine zweite Gutachtermeinung einholen, um abzuklären, was geht und was nicht.“

 An der Virmondstraße in Neersen soll die neue Feuerwache entstehen.
An der Virmondstraße in Neersen soll die neue Feuerwache entstehen. Foto: Marc Schütz

Aufs Gas drückt Nachtwey, was den Lebensmittel-Vollsortimenter in Anrath angeht. Der soll auf dem großen Parkplatz an der Raiffeisenstraße entstehen, ein Projektentwickler äußert sich seit vielen Monaten zuversichtlich. Doch Nachtwey wird ungeduldig, daher will die Stadtverwaltung nun selbst bei Handelsunternehmen wie Rewe und Edeka nachfragen, ob überhaupt Interesse besteht. Denn der Bau wird teuer, da die Anzahl der Parkplätze ungefähr erhalten bleiben soll – was eine Tiefgarage oder ein Parkdeck nötig macht. „Ich möchte eine Klärung bis vor der Sommerpause haben“, sagt Nachtwey. „Sonst eiern wir noch ewig rum. Wir brauchen eine klare Aussage der Handelsunternehmen. Und wenn es nicht geht, müssen wir noch mal neu denken.“ So könne er sich auch einen hochwertigen Discounter mit angeschlossener Metzgerei und Bäckerei vorstellen, ergänzt beispielsweise um Praxen, ein Fitnessstudio und Wohnungen. Aber das ist noch Zukunftsmusik und nur eine grobe Idee.

Ebenso in der Zukunft liegt der Ausbau der Willicher Straße am Schiefbahner Dreieck, gegen den sich die Anlieger wehren, da die Kosten explodiert sind. Denn sie müssen sich an den Kosten beteiligen und haben beim Kreis Viersen als Kommunalaufsicht Beschwerde eingelegt. Aus ihrer Sicht war das Handeln der Stadt nicht regelkonform. „Die Kreisverwaltung hat allerdings bestätigt, dass wir in allen Punkten regel- und gesetzeskonform gehandelt haben“, sagt Nachtwey. Die politische Diskussion dürfte also spannend bleiben.